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Den Müll vor die Tür gestellt

Bad Rehburg / Kabarett Den Müll vor die Tür gestellt

Ein gelungener Einstieg in das diesjährige „Bad Rehburger Winterforum“ ist der Abend mit dem Kabarettisten Fritz Eckenga in der „Romantik Bad Rehburg“ gewesen.

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 Amüsant und hinterlistig steigt Fritz Eckenga dem deutschen Zeitgeist auf das Dach.

Quelle: ade

Er bot ein langes Programm, ohne, dass Langeweile aufkam.

 „Ich bin heute hier, um den Müll für Sie vor die Tür zu stellen!“ Der Müll – das ist für Fritz Eckenga weniger das, was sich leicht müffelnd in einem Eimer in der Küche sammelt. Er zielt vielmehr auf Gedankenmüll, auf Wortmüll, auf das ab, was in Hirnen ausgesponnen und wenig überlegt in die Welt hinein geplappert wird. Oder per Mail, SMS und anderen Nachrichten-Übermittlungsdiensten verbreitet wird. Manchmal, so sinniert Eckenga, habe er den Eindruck, dass diese Nachrichten von ausgelagerten hirnähnlichen Strukturen geschrieben würden – wie sonst könne solches Geschreibsel bar jeden Inhalts zusammen kommen. Einige Beispiele dazu hat er schnell bei der Hand. Die Vermutung liegt nahe, dass der Kabarettist diese Teile seines Programms noch nicht einmal selbst erdenken musste – manche Geschichten schreibt das Leben von selbst.

 Seinen Vorschlag, eine ganze Reihe hochrangiger deutscher Politiker angesichts ihrer Unfähigkeit doch lieber ins Ausland wegzuloben, nimmt er zurück mit der Bemerkung: „Das müssen wir schon selbst aushalten. Das nennt man dann Inklusion.“ Und für diejenigen, die ihren Urlaub nicht weit weg, sondern im eigenen Land verbringen, hat er auch einen schönen Ausdruck parat: Heimsuchung.

 Mal liest er Briefe vor, dann spricht er in Reimen. Ein flottes Gespräch führt er mit seinem Laptop, das den Namen „Sandra“ hat und das ihn wiederum mit „Der kleine Fritz“ tituliert. Und manchmal kokettiert er mit dem Publikum, steigt zum Ende seines Programms ohne Aufforderung – die gekommen wäre, hätte er den Leuten im Saal die Gelegenheit dazu gegeben – in seine Zugabe ein und endet mit dem Glockenschlag vom Turm des gegenüberliegenden Badehauses.

 Zu diesem Zeitpunkt sind zweieinhalb Stunden vergangen, in denen Eckengas Publikum sich bestens amüsiert hat und die auch gehobenen Ansprüchen voll und ganz genügten.

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