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Der "66er" mit Referenz an Busch

Delius liest auf Schloss Hülsede Der "66er" mit Referenz an Busch

Hoher Besuch auf Schloss Hülsede: Einer der bekanntesten deutschsprachigen Autoren, Friedrich Christian Delius, hat bei einer Lesung anlässlich 150 Jahre „Max & Moritz“ einige Passagen aus seinem Werk „Als die Bücher noch geholfen haben“ vorgetragen. Moderiert wurde die Lesung von der Journalistin Margarete von Schwarzkopf.

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Friedrich Christian Delius im Dialog mit Margarete von Schwarzkopf. 

Quelle: js

Landkreis. Im passenden Ambiente des Hochzeitssaals traten die beiden in einen launigen Dialog, der nur durch die meist amüsanten und angenehm kurz gehaltenen Lesungen unterbrochen wurde. So kamen die zahlreichen Zuhörer, die sich nebenbei an Wein und Käse erfreuten, gleich zu Beginn der Veranstaltung in den Genuss eines der ersten literarischen Gehversuche von Delius aus dem Jahr 1963.

Hauptteil der Lesung bildeten aber freilich Passagen aus seinem Buch „Als die Bücher noch geholfen haben“. Seine entlarvenden sowie persönlich angehauchten Anekdoten über die Gruppe 47, ein von Hans Werner Richter von 1947 bis 1967 betriebener Literaturkreis, über die vermeintliche Aufbruchszeit der 60er Jahre oder die Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg, gewährten einen Einblick in die Welt eines Autors, der sich selbst nicht als „68er“, sondern als „66er“ beschreibt.

Selbstredend wurde der Autor von von Schwarzkopf, die souverän durch den Abend führte, auch nach seiner persönlichen Beziehung zu Wilhelm Busch befragt: „Ohne die Grundausbildung durch die bekannten Werke Buschs würde ich heute nicht hier sitzen“, antwortete er. Der Humor sei von Busch „so meisterlich präsentiert, dass es auch dem Letzten einleuchtet“. Und das müsse man erst mal lernen.

Berühmt wurde Delius im Jahr 1972, als ihn die Siemens-AG wegen seines Buches „Unsere-Siemens-Welt“ anklagte. Seither hat der Autor zahlreiche Auszeichnungen bekommen, wie etwa den Walter-Hasenclever-Preis oder den Joseph-Breitbach-Preis. Erst im Jahr 2011 wurde er mit dem Georg-Büchner-geehrt.

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