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Duo spielt mit verschmitzter Musizierfreude

Bad Eilsen / Konzert Duo spielt mit verschmitzter Musizierfreude

Sie haben sich gesucht und gefunden: der Violinexperte sowie Komponist der meisten vorgetragenen Stücke und Sprecher Anton Sjarov und Gitarrist Wilhelm Grote. Am Sonnabend präsentierte das Duo in „Omas Kaffeestube“ in Sachen Tango, Flamenco, Swing, Klezmer oder Klassik ein gutes und obendrein noch mitreißendes, humorig verpacktes Ergebnis.

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Anton Sjarov (links) und Wilhelm Grote bieten ein mitreißendes Hörerlebnis. © dis

Von Dietlind Beinßen
Bad Eilsen. Vorsichtiges Ausloten der Raumtiefe, winzige diskrete Wackler, dann lief das aufeinander eingeschworene Paar zu richtig großer Form auf. Tolle Balance und energisch angegangene Tempi ließen die zwischen Süßlich- und Fetzigkeit vorgeführte spanische Rumba, Zigeunermusik und auch Romantisches in immer neuer Farbigkeit erstrahlen. Aus der wachen, aber immer auch humorigen Kommunikation untereinander resultierte ein idealer Zusammenklang. Selbst bei haarigen Passagen wirkte die Spielweise licht und locker.

Mit verschmitzter Musizierfreude und einer Ladung Energie gestaltete das Team die emotional durchdrungenen Klangfüllen etlicher Tangos, darunter den komödiantisch aufgespießten Titel „Lachen und Streiten“. Lebensfrohe und melancholische Stimmungen etwa bei der Klezmer-Musik wechselten dabei so oft und nahtlos wie die Tempi und kleinen lustigen Frotzeleien untereinander. Der ganz und gar nicht mundfaule Anton kam dem ruhigen Wilhelm per Wort nie in die Quere, sondern ging auf Drolligkeiten des Mitspielers ein.

In Sachen Musik trafen rhythmische Kompaktheit auf Präzision, melodische Überraschungen auf strukturierte Linien. Da wurde mal eben ein Cello-Stück per Geige und Gitarre intoniert, die Liebe per Tango auf die Schippe genommen oder mit Schmackes „Jump over the fire“ offeriert. Das Publikum war des Duos selbst nach fast zwei Stunden nicht überdrüssig, das bestätigten der stürmische Beifall und das Verlangen nach Zugaben.

Die Reihe „Kultur up de Deel“ des Heimat- und Kulturvereins Eilsen hätte nicht stimmiger fortgesetzt werden können.

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