Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 4 ° wolkig

Navigation:
„Ein Wunderkind sehe ich nicht“

Interview mit Hans Traxler „Ein Wunderkind sehe ich nicht“

Maler, Cartoonist, Illustrator, Kinderbuchautor: Hans Traxler ist ein kreativer Hans-Dampf-in-allen-Gassen und diesjähriger Empfänger des Wilhelm-Busch-Preises.

Voriger Artikel
René Noçon geht unter die Haut
Nächster Artikel
Die Kunst besteht im Weglassen

Hans Traxler hat keine Lust auf Ruhestand. Im kommenden Jahr will er ein Kinderbuch veröffentlichen.

Quelle: pr.

Als Mitbegründer des Satiremagazins „Titanic“ prägte er einst das Bild von Helmut Kohl als Birne. Inzwischen liegt seine letzte politische Zeichnung Jahrzehnte zurück, Traxler widmet sich lieber Alltagsanekdoten und Kinderbüchern. Und an den Ruhestand verschwendet der 86-Jährige nicht einen Gedanken.

Herr Traxler, Sie erhalten den Wilhelm-Busch-Preis. Hatte der Wiedensahler Dichter und Zeichner Einfluss auf Ihr eigenes Schaffen?

 Wilhelm Busch war in meiner Kindheit das Maß aller Dinge und ich bin mit seinen Bildergeschichten aufgewachsen. Ich glaube, ich war vier Jahre alt, als ich mich selbst an einer solchen Bildergeschichte versucht habe. Es ging da um drei Bären, die auf einer Draisine über Land fuhren und tolle Abenteuer erlebten. Dass ich mit zwölf Jahren den Beschluss gefasst habe, Zeichner zu werden, verdanke ich Wilhelm Busch.

Sind Sie schon einmal in Buschs Geburtsort gewesen oder werden Sie Ihren Aufenthalt in Schaumburg für einen kurzen Besuch nutzen?

 Es ist mein erster Besuch in Wiedensahl, und ich freue mich darauf.

Die Anschläge auf die Redaktion des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“ liegen nun schon einige Monate zurück. Wie haben Sie als Mitbegründer einer Satirezeitschrift die Morde selbst und die Ereignisse danach wahrgenommen?

 Ich kannte Wolinski persönlich, und ich habe es auch persönlich genommen. Im Übrigen habe ich meine letzte politische Zeichnung 1988 abgeliefert.

Haben Sie die Entwicklung der „Titanic“ nach Ihrem Weggang noch verfolgt? Wie steht’s heute um die Satire in Deutschland?

 Natürlich verfolge ich die Entwicklung, und seit der Eröffnung des CARICATURA-Museums in Frankfurt hat die Satire in Deutschland einen Ort gefunden, wo man die Originalzeichnungen in ständig wechselnden Ausstellungen betrachten kann.

Und der deutsche Humor, speziell der gezeichnete? Sehen Sie ein großes Nachwuchstalent?

 Es gibt heute mehr hochklassige komische Zeichner als vor 30 oder Jahren. Aber ein Wunderkind sehe ich nicht. Es dauert lange, bis einer sein Talent voll entwickelt hat.

In welcher Zeitung gefallen Ihnen die Karikaturen am besten?

 FAZ, SZ, NEWS.

In Ihrer „Titanic“- Zeit haben Sie das Bild von Helmut Kohl als Birne geprägt. Was für ein Obst ist Angela Merkel?

 Darüber mache ich mir keine Gedanken.

In diesem Jahr ist „Ein Sturmtief überm Freibad Hausen“ erschienen, mit Gedichten und Illustrationen zu Besuchen in ihrem Frankfurter Lieblings-Freibad. Ziehen Sie die alltäglichen Anekdoten der großen Politik vor?

 Schwimmen und Zeichnen sind meine beiden Lieblingsbeschäftigungen.

Sie sind 86. Keine Lust auf Ruhestand?

 Natürlich nicht.

Was kommt also als Nächstes auf Ihren Schreibtisch?

 Ich arbeite seit drei Monaten an einem Kinderbuch, das in Afrika spielt und im nächsten Jahr erscheinen wird. Für den darauf folgenden Band, der 2017 erscheinen wird, habe ich bereits den Text verfasst. Und so immer fort.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben