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Ein gelungener Abend voller Erinnerungen

Wie bei der Erstausstrahlung Ein gelungener Abend voller Erinnerungen

Eine kleine Reise durch das Lebenswerk Heinz Rühmanns vollführt Schauspieler Michael J. Westphal an diesem Abend. Das Publikum im Neuen Theater in Hannover ist mehr als bereit, diesen Weg mitzugehen.

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Lässt Heinz Rühmann wieder aufleben: Michael J. Westphal (rechts), begleitet von dem Pianisten Uli Schmid im Neuen Theater.

Quelle: pr.

Hannover. Es ist aber auch ein Publikum, das vornehmlich die Filme von Rühmann noch bei der Erstausstrahlung gesehen haben könnte. Bei Liedern wie „Ein Freund, ein guter Freund“, „Das ist die Liebe der Matrosen“ oder „Ich brech’ die Herzen der stolzesten Frau’n“ wird mitgeklatscht und mitgesungen, eine große Einigkeit herrscht zwischen Bühne und Sitzreihen. Westphal und Uli Schmid, der am Klavier begleitet und bisweilen als Gegenüber im Dialog auftritt, sprechen das Publikum direkt an, integrieren den Parkettraum mit in ihre Show, stellen Fragen und fordern zum Singen auf.

Sie führen biografisch zu Musik und Rezitativen aus Film und Theater hin und lockern durch Anekdoten über Schuheinlagen oder Bühnenpatzer auf: Als Rühmann in den zwanziger Jahren in dem Grillparzerdrama „Des Meeres und der Liebe Wellen“ am Residenztheater in Hannover spielte, fiel ihm der störrische Rossschweif seines Hutes ständig ins Gesicht. Damit erzielte Rühmann ungewollte Lacher – und startete seine Karriere als Komiker.

Diese Ungeschicktheit mag gewollt oder ungewollt paradigmatisch für die Show sein: Auch in dieser halten angeklebte Bärte nicht, fallen Poster von den Wänden oder müssen Mikrofone neu eingestellt werden. Gerade in diesen Augenblicken ist das Publikum ganz bei den Akteuren, die Lacher kommen von Herzen, sind alles andere als bösartig gemeint. Auch die Hosenrolle als Charleys Tante funktioniert immer noch bestens, manche lachen sogar Tränen, so wie es einst 1956 gewesen sein muss. Ebenso herzig geht das Publikum mit den Darstellungen des Dr. Johannes Pfeiffer aus der „Feuerzangenbowle“ oder dem Vater aus „Wenn der Vater mit dem Sohne“ um.

Die Bühne ist als Raum hergerichtet, an einem Kleiderständer entnimmt Westphal Fräcke, karierte Tweedsackos, Zylinder und Fliege und schlüpft so flugs in die nächste Charakterrolle. Es sind wenig Requisiten für die Bandbreite der Rollen, die er an diesem Abend präsentiert. In der Darstellung von Westphal lebt Rühmann in Mimik und Gestik, selbst in der Intonation wieder auf. Ein Schwelgen in Erinnerung, wenn man sich denn erinnern kann. kad

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