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Facettenreiches Spannungsfeldzwischen Natur und Technik

Barsinghausen / Ausstellung Facettenreiches Spannungsfeldzwischen Natur und Technik

Zwar ist bereits 1956 die Kohleförderung auf der Nordseite des Deisters eingestellt worden, die Stadt Barsinghausen ist dennoch bis in die Gegenwart vom Bergbau geprägt. Die Abraumhalde, der Zechensaal und die Schachtanlagen sind stille Zeugen dieser Wirtschaftsgeschichte. Der Kunstverein Barsinghausen hat sich dieses Bergbau-Erbes angenommen und gemeinsam mit Heinz Jahn und Christoph Rust die Ausstellung „Grünes Gold“ konzipiert.

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 Feingliedrig bis verheißungsvoll: Die Schau „Grünes Gold“ arbeitet das Spannungsfeld zwischen Industrie und Natur auf.

Quelle: bes

Barsinghausen. Die Wahl der beiden Künstler hätte dabei kaum passender sein können: Der 1953 in Wolmirstedt geborene Jahn und der gebürtige Leipziger Rust stammen beide aus Regionen mit langer Bergbautradition, haben somit seit Jugend an diverse Berührungspunkte mit dem Thema gehabt.

 Der Titel „Grünes Gold“ zeigt dabei, dass sich die Natur viele der ehemals wirtschaftlich genutzten Räume – nicht nur am Fuß des Deisters – Schritt für Schritt zurückgeholt hat. Augenfällig wird dies in der Schau etwa durch den grünen Fries, der sich quasi als Leitfaden durch den Raum zieht. Die klare Form ist dabei nicht nur verbindendes Element zwischen den Bildern und Installationen der beiden Künstler, er ist gleichsam Teil dieser Kunstwerke und schlägt eine Brücke zwischen großformatigen Gemälden und feingliedrigen Installationen.

 Für ihre Werke nutzen Rust und Jahn so unterschiedliche Materialien wie etwa Glas, Holz, Blechfolie und Gips, um das Spannungsfeld zwischen Lebendigem und Vergangenem, industriellem Rohstoff und dem Reichtum der Natur zu illustrieren. So schrauben sich bunte und feingliedrige Acrylschnüre in Quadern aus bemaltem Holz und Glaswänden in die Höhe. Diese feingliedrigen Arbeiten korrespondieren dabei mit Bildern, die wie Szenen an renaturierten Tagebauen oder Aufnahmen von schillernden Kristalladern wirken.

 Rusts kleinformatige Bilder in Mischtechnik wirken im Gegensatz dazu wie die starken Vergrößerungen eines Elektronenmikroskops von Fossilien aus den unterschiedlichen Erdzeitaltern.

 Zu sehen ist „Grünes Gold“ im „Raum für Kunst“ an der Egestorfer Straße in Barsinghausen donnerstags von 19 bis 21 Uhr, sonnabends von 13 bis 18 Uhr sowie sonntags von 11 bis 18 Uhr. Führungen gibt es immer donnerstags von 19 Uhr an. Christoph Rust ist am Freitag, 26. September, ab 18 Uhr zum Vortrag „Grünes Gold“ im „Raum für Kunst“. Der Eintritt ist frei. bes

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