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Furioser Start

Jamsession Furioser Start

Einen furiosen Start ins neue Jahr hat der Musikertreff im Hofcafé „Peetzen 10“ hingelegt. Hausband und Gäste muckten bis tief in die Nacht – die rund 90 Zuhörer waren nach eigenen Angaben restlos begeistert.

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Lassen es so richtig krachen: die Musiker bei der ersten Jam-Auflage in diesem Jahr im „Peetzen 10“.

Quelle: mig

Petzen. Grenzüberschreitend wie der Kreis der Musiker ist auch die Musik, die an diesem Abend gespielt wird. Den Anfang machen lateinamerikanische Rhythmen, die zum Mitwippen animieren und einfach gute Laune machen. Schlagzeuger und Mitorganisator Martin Flath springt hinter seinem Schlagzeug hervor und schnappt sich die schrappende Guacharaca. Ein anderer Musiker gibt den Takt auf seinen Congas vor. Dann das erste Highlight: eine karibisch angehauchte Version des Sting-Klassikers „Every breath you take“ – mit Carlos Baker als Sänger. Der baumlange Musiker beweist hier, das er nicht nur Bass spielen kann. Nach einer ersten Pause legen die Musiker eine härtere Gangart ein. Beim bluesigen „Sweet home chicago“ geht es richtig zur Sache – Claptons „Bell Bottom Blues“ setzt noch einen drauf. Den Schlusspunkt setzt wieder Sting: „Tears from the stars“, gesungen mit einer leicht brüchigen Stimme.
Überhaupt ist es erstaunlich, wie sich hier alles ohne Dirigent und ohne Noten zusammenfindet. „1, 2, 3, let’s play“ sagt der zweite Mitorganisator Carlos Baker, und der Jam beginnt. Lange Soli und spannende Improvisationen, all das ist an diesem Abend erlaubt und erwünscht.
Der Jam im „Peetzen 10“, der Ende 2008 von Volker Kohlmeier gegründet wurde – also kurz nach der Eröffnung des Hofcafés –, ist einer der jüngeren in Bückeburg. Diese Abende hatten zunächst keinen festen Ablauf, man sprach die Stücke spontan ab und spielte los. Das Programm bestand überwiegend aus Standards aus dem Jazz-, Latin- Fusion- und Folkbereich. Seit dem Jahr 2009 hat jeder Abend einen Themenschwerpunkt. Für die Organisation sind die Mitglieder der Hausband „The Fabulous Baker Boys“ Martin Flathe, Christoph von Storch und Carlos Baker zuständig. Sie bilden eine Art Rumpfbesetzung, wobei Gastmusiker „immer herzlich eingeladen sind, mitzuspielen und eigene Ideen einzubringen“.
Von den anderen Jams unterscheidet sich die Petzer Variante vor allem thematisch. „Wir haben einen anderen Schwerpunkt als die Jams in der ,Schraub-Bar‘ oder im ,Känguruh‘“, sagt Flathe, der in der Hausband am Schlagzeug sitzt. Für jeden Abend wird ein Thema vorgegeben, das können Eric Clapton sein, Bob Dylan oder die „American Storytellers and Songwriters“ wie etwa Leonard Cohen. „Wir haben eine große Bandbreite“, unterstreicht Flathe. Und: „Wir sind immer offen für Neues.“ Er selbst würde gerne einmal einen Stevie-Wonder-Abend machen, „mal sehen, vielleicht in diesem Jahr“, sagt Flathe.
Erstaunlich groß ist der Musikerkreis, den der Jam in Petzen anzieht, Flathe schätzt die Zahl auf „mehr als 30“. „Wir sprechen einen relativ großen Kreis an,“ gibt der Mitorganisator zu bedenken. „Viele kommen aus Minden oder Porta Westfalica.“ Was ihn selbst am „Jammen“ reizt? „Das gemeinsame Spiel mit vielen unterschiedlichen Musikern. Da bringt jeder eigene Ideen mit.“

Von Michael Grundmeier

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