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Genug sein soll es noch lange nicht

Stadthagen / Konzert Genug sein soll es noch lange nicht

„Heute hier, morgen dort“, mit seinem Klassiker auf den Lippen und seiner Gitarre hat Hannes Wader die Bühne betreten. Er ist wieder da – und zwar nicht nur mal wieder im Stadthäger Ratsgymnasium, sondern auch sonst groß im Geschäft.

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Musik mit Sinn und Seele

Hannes Wader kramt im reichhaltigen Archiv des eigenen Lebens.

Quelle: jpw

Von Jan Peter Wiborg . Nach 40 Jahren Liedermacher-Dauerkarriere hat sein neues Album erstmals die Top 20 der Charts erobert. Wader ist mittendrin und das mit 72. Trotzdem ist es ihm Warnung genug, in diesem Jahr den Musikpreis „Echo“ für sein Lebenswerk bekommen zu haben.

 Genug sein soll es noch lange nicht, das machte der Ostwestfale dem äußerst wohlgesonnenen Publikum mit seiner gereiften Stimme, seiner hoffnungslosen und gleichzeitig grandiosen Liedermacher-Altmodischkeit deutlich.

 Wader sang viele neue Lieder, zum Teil noch ohne oder mit Arbeitstiteln versehen, zwar meist etwas weniger politisch-kämpferisch als früher, trotzdem bissig, wenn es um die kleinen und großen Szenen aus seinem und dem Leben seines Publikums im voll besetzten Saal ging – in der Mehrzahl nicht ganz in dem Alter des Barden, doch gereift genug, um den Ton der Generation zu verstehen.

 Ohne Zeigefinger, dafür mit Selbstironie, kramte Wader in seinem reichhaltigen Archiv des eigenen Lebens, war „Nahe dran“ an seinen missglückten Eroberungen, weil Frauen eben mehr Typen lieben, die auf „,Heute hier, morgen dort‘ von Reinhard Mey stehen“ – Irrtum schmunzelnd gewollt.

 Zu seinem „Lied vom Tod“ fielen ihm ständig neue Strophen ein, einen Teil davon präsentierte er in Stadthagen. Kurz vor seinem Tod wolle er in die NPD eintreten, verkündet Wader, „um das Triumphgefühl auszukosten, als einer der rechtsradikalen Schweinehunde abzukratzen und nicht als aufrechter Demokrat“.

 Ja, politisch ist Wader natürlich geblieben, aber auch romantisch. Er unterstrich das mit einer Hommage an seinen Lieblingsdichter der Romantik, Joseph von Eichendorff.

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