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Großartiges Konzerterlebnis

Kultur Großartiges Konzerterlebnis

Die Zusammenarbeit der heimischen Kantorei und des Barockorchesters „L’Arco“ aus Hannover hat einmal mehr für ein großartiges Konzerterlebnis gesorgt. Beim gemeinsamen Konzert in der Stadtkirche gelangen sowohl das mythenumwehte „Requiem d-moll“ als auch die schwierige „Sinfonie g-moll“ aufs Beste. Kantor Siebelt Meier hatte sämtliche Mitwirkenden stets im Griff.

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Alle Mitwirkenden nehmen den Beifall des Publikums entgegen.

Quelle: mig

Bückeburg. Es war schon ein tolles Bild, das sich den Zuhörern in der nur mäßig besetzten Stadtkirche bot. Der ganze Altarraum war voller Musiker und Sänger – insgesamt hatte Kantor Meier rund 70 Mitwirkende aufbieten können. Notwenig war die Größe, weil an diesem Spätnachmittag das „Requiem in d-moll“ von Wolfgang Amadeus Mozart vorgetragen werden sollte, jenes Werk, um das sich seit dem Tod des Komponisten zahlreiche Mythen ranken.

 Wer kennt nicht die Legende vom grauen Boten, der 1791 bei Mozart ein Requiem bestellte. Heute weiß man, dass dieser im Auftrag eines österreichischen Grafen handelte, der es augenscheinlich liebte, bei namhaften Komponisten anonym Werke zu bestellen. Lange rätselte die Nachwelt, ob und wenn ja inwieweit Todesahnungen in diese Musik eingeflossen sein könnten. Fest steht, dass Mozart vor der Fertigstellung des Requiems starb. Viel zu früh, am 5. Dezember 1791. Der letzte Satz der „Sequenz“, das „Lacrimosa“, brach nach acht Takten ab und blieb so unvollständig. Es war dann vor allem Franz Xaver Süßmayr, der das „Lacrimosa“ vollendete und weitere Sätze (etwa das „Agnus Dei“ oder das „Sanctus“) schrieb.

 Diese Fassung war es auch, die beim Konzert in der Stadtkirche erklang. Das Requiem beginnt zunächst eher ruhig mit dem Trauermarsch des „Introitus“. Nach und nach türmt sich die Musik immer mehr auf, die wuchtigen Chorklänge werden von den unruhigen, fast gehetzt klingenden Synkopen der Streicher grundiert. Ein eindrückliches Hörerlebnis, das im apokalyptischen „Dies irae“ mündet. Chor und Orchester steigern sich zu einem gewaltigen Brausen – untermalt vom dumpfen Tönen der Pauke.

 Zu geradezu monumentaler Wucht erwächst das effektvolle Stück „Rex tremendae“, ein Gesang auf den „König von erschreckender Erhabenheit“. Die Endgültigkeit des Todes spiegelt sich an dieser Stelle genauso wie die Sehnsucht nach göttlicher Gnade und Erlösung. Es folgt das gefühlvolle „Lacrimosa“ (eine von mehreren weithin bekannten Melodien in diesem Werk) und das „Kyrie“, mit seinen schnellen polyphonen Koloraturen.

 Hier zeigt sich der Chor auf der Höhe seines Könnens. Aber auch die Stimmen der Solisten (der silbrige Sopran Sarah Davidovics, Stefanie Rüthers kraftvoller Alt, der schlank geführte Tenor Florian Lohmanns und der raumfüllende Bass Hinrich Horns) verdienten sich großes Lob.

 Kurzum: Sämtliche Mitwirkenden agierten auf hohem Niveau, der Chor präsentiert sich homogen und schlank geführt. Das war ein Konzert, das lange nachhallt. mig

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