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„Hej, Tomtegubbar!“

Dresdner Band „Julvisor“ begeistert auf Schloss Baum „Hej, Tomtegubbar!“

Winterlieder der etwas anderen Art sind dieser Tage auf Schloss Baum zu hören gewesen. „Julvisor“, eine Band aus Dresden, lockte rund 90 Zuhörer in den dunklen Schaumburger Wald.

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Guido Richarts (Bass, Gesang) und Christina Lutter (Violine, Gesang) geben auf Schloss Baum ihr Bestes.

Quelle: mig

Bückeburg. (mig). Es ist schon fast eine Tradition: Stets in der Adventszeit kommt die Band „Julvisor“ ins kleine Schloss Baum – im Gepäck ihr Programm „Weihnacht in Skandinavien“.
Die Musiker aus Dresden sind inzwischen so beliebt, dass der Andrang riesengroß ist. Echte „Julvisor“-Fans kommen deshalb möglichst eine Stunde vor Beginn des Auftritts. Das war auch diesmal dringend notwendig, der kleine Saal bis auf den letzten Platz besetzt.
„So viel Andrang haben wir auch noch nicht gehabt“, muss der Koordinator der Kulturreihe, Klaus Harms, zugeben. Schon 20 Minuten vor dem Konzert sei alles voll gewesen. „Wir mussten leider sogar Leute, die extra aus Wunstorf gekommen sind, wegschicken.“ Für das nächste Jahr, so Harms abschließend, werde man sich „etwas anderes überlegen“, um allen gerecht zu werden.
Als das Konzert schließlich beginnt, zeigt sich schnell, dass sich alle Mühen gelohnt hatten. Die Enge im Saal – geschenkt; der Regen draußen – vergessen. „Julvisor“ nehmen die Zuhörer mit in ein schneebedecktes Wichtel-Land – weit weg vom deutschen Weihnachtsstress. Durch alle Lieder scheint hindurch, was den hohen Norden Europas seit vielen Jahrhunderten ausmacht. Im langen und kalten Winter rücken die Menschen enger zusammen und warten auf die Rückkehr des Lichtes. In den Häusern wird getanzt und gefeiert und es werden Geschichten erzählt: von der heiligen Lucia, vom tapferen Staffan, von der Geburt Jesu, aber auch von Trollen und Wichteln und der Wintersonnenwende. „Wir wollen eine Ahnung davon geben, warum Jesu Geburt ausgerechnet am Tag der Wintersonnenwende gefeiert wird“, sagt die Band. Ein Ziel, das die Dresdner ganz sicher erreicht haben.
Aber auch musikalisch sind „Julvisor“ eine Entdeckung. Ihr freies und souveränes Spiel bewegt sich im Spannungsfeld von Tradition und Moderne und gibt den Liedern eine eigene, besondere Note. Das hat man so noch nicht gehört. Schon eines der ersten Lieder, das „Hej, Tomtegubbar!“ (also: Hallo Weihnachtsmann“) ist ein Knaller. Das flinke Geigenspiel, der stampfende Bass; das ist ein Ohrenschmaus und ein Lied, das sich bestens für den Tanz um den Weihnachtsbaum eignet. Ganz anders – nämlich leise und melancholisch – kommt „Santa Lucia“ daher, „Stralande Jul“ berührt durch seine Harmonien.
Fazit: ein Konzert ganz ohne Kitsch. „Julvisors“ berührende Lieder gehen direkt ins Herz.

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