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Hellebarde ins Hinterteil

Klassiker im Sägewerk in Lauenau Hellebarde ins Hinterteil

Mit temperamentvollen und teilweise grotesken Szenen, mitunter skurrilem Humor und dennoch überzeugender Dramatik hat das „Didel-dadel-dum“-Theater aus Bad Münder im Lauenauer Sägewerk ein weiteres Mal sein Publikum überzeugt.

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Keine Scheu vor Shakespeare: Die jungen Mimen von „Didel-dadel-dum“ überzeugen mit eigenwilliger Inszenierung.

Quelle: nah

von bernd Althammer Lauenau. Die vorwiegend jungen Leute, die erst im vergangenen Jahr internationale Preise erzielt hatten, wagten sich erneut an einen 400 Jahre alten Klassiker. Dessen Autor William Shakespeare dürfte begeistert gewesen sein, wenn er diese schauspielerische Leistung hätte sehen können.

 Nichts hat Shakespeares Komödie „Viel Lärm um nichts“ an Attraktivität verloren. Natürlich geht es um leidenschaftliche Liebe und abgrundtiefe Enttäuschung, um Intrigen und Machtgehabe. Doch die gar nicht zu heutigem Sprachgefühl passenden Formulierungen („Ich steh entehrt, weil ich die Hand geboten den teuren Freund der Dirne zu verknüpfen.“) üben einen besonderen Reiz aus, wenn sie in den Dialogen aus jungem Mund kommen.

 Das Ganze erfährt zudem durch Regie und Choreografie einen überaus originellen Rahmen: Da stehen mit einem Mal vier Bräute in opulenten Hochzeitskleidern auf der Bühne. Zwei Gerichtsdiener hoppeln wie die Pferde ins Geschehen, und eine der jüngsten Darstellerinnen pikst permanent mit der Hellebarde in das breite Hinterteil eines Beschuldigten, sodass das glucksende Publikum glatt die Aufmerksamkeit für den eigentlichen Fortgang des Stücks verliert.

 Am Ende bekommt natürlich der junge Claudio die schöne Hero, obwohl doch der Onkel dies mit allen Mitteln verhindern wollte und Claudio schon den Tod seiner Angebeteten befürchten muss. Parallel dazu finden sich Beatrice und Benedikt, die sich doch anfangs ihre Liebe überhaupt nicht eingestehen wollen: „Wenn Gott mir keinen Mann gibt, so ist das ein Segen, um den ich jeden Morgen und jeden Abend auf Knien bitte“, faucht Beatrice.

 Den musikalischen Rahmen entlehnte das Ensemble dem zeitgenössischen Angebot – von Lou Begas „Mambo No. 5“ bis hin zum fetzigen „Happy“ von Pharell Williams. Es tanzte ein fröhliches Ensemble in wehenden Brautkleidern. Kein Wunder, dass das Publikum die Aufführung frenetisch feierte und dem „Jungen Theater“ um Regisseurin Peggy Zawilla anhaltenden, rhythmischen Applaus spendete.

 Am Sonnabend, 7. Februar, gastiert „Didel-dadel-dum“ in der Martin-Luther-Gemeinde in Hameln, Brucknerstraße 1, sowie letztmalig am Sonnabend, 28. Februar, ab 19 Uhr in der Turnhalle der Grundschule von Eimbeckhausen. Der Eintritt ist jeweils frei. nah

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