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Höfische Intrigen und die Kunst wahrer Liebe

„Burgunderprinzessin Yvonne“ Höfische Intrigen und die Kunst wahrer Liebe

Unschön, schwächlich, fast abstoßend, langweilig, ängstlich, apathisch – das klingt nicht unbedingt nach einer Bewerbungsmappe und noch weniger nach einem Casting.

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Im Standbild erstarrt, um Yvonne versammelt: „Just“ bei der Arbeit.

Quelle: vhs

Kultur. Aber der Autor Witold Gombrowicz muss es wissen. Wenn er Prinzessin Yvonne, die Hauptfigur seines gleichnamigen Stücks, so charakterisiert, wird es schon stimmen. Auch so ein dummes Ding will verheiratet sein – trotz Spliss, Schorf und Schuppen.

Wie die Sache läuft, wird man sehen, wenn „Just“, die Junge Schauspieltruppe von Johannes Seiler (Minden), das zwischen 1933 und 1938 entstandene Stück am Freitag und Sonnabend, 20./21. Februar, im Bückeburger Schloss jeweils ab 18 Uhr auf die Bühne bringt.

Janne Cremer hat das große Los gezogen: Sie spielt die arme Yvonne aus Burgund – ganz gegen den Trend der TV-Castings und des Schönheitsterrors der Netzprofile. Yvonne Schneider und Tobias Kranz geben die königlichen Eltern.

Man darf sich auf Jürgen Höcker als gebückten Diener freuen und muss mit Widerlichkeiten von Höflingen wie Innozenz (Mark Illgner) rechnen. Enes Bicak wird dem Kammerherrn sein Format geben. Robyn Maas, der zuletzt als Odysseus lange Wege zu bewältigen hatte, schlüpft in die Prinzenrolle. Das Publikum dürfte viel zu lachen haben – schon wegen der schrillen Tanten, gespielt von Louisa Schwarze und Lea Schröder.

Mühsal und Missvergnügen – so können Erfolgsgeschichten anfangen, am Schreibtisch, auf der Bühne, zwischen zwei Buchdeckeln, im Leben. „Yvonne“ wurde viel gespielt, das Hässliche, Abstoßende, Randständige hat seinen eigenen Reiz – wie das Böse, das Unanständige.

Im Jahr 2009 gab es in Paris die Oper zum Stück in der Regie von Luc Bondy. Mit großer Spielfreude waren auch die zwölf Akteure in Luhden in den vergangenen Monaten im Gemeindehaus am Werk. Was der Autor über die Arbeit schrieb, scheint die Akteure, von denen ein Großteil das Adolfinum besucht oder besuchte, eher noch zu beflügeln: „Die ,Yvonne‘ habe ich mühsam und ungern geschrieben.“
Restkarten gibt es im Vorverkauf bei den Buchhandlungen Scheck und Frommhold sowie dem Kulturverein Bückeburg.  vhs

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