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In der Realität das Besondere sehen

Kultur In der Realität das Besondere sehen

Die bloße fotografische Dokumentation von alltäglichen Dingen und Ereignisse, wie sie beispielsweise in Form von Millionen Fotos in den sozialen Netzwerken des Internets zu finden sind, interessiert Heiko Knechtel nicht.

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Seine Momentaufnahme von einem schwedischen Spielplatz hat Heiko Knechtel am Computer in ein farbenfrohes, abstraktes Kunstwerk verwandelt.

Quelle: wk

Von Michael Werk

Er sucht bei seinen Streifzügen mit der Kamera stattdessen die intensive künstlerische Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Motiv. Dabei richtet der Bückeburger seinen Blick mit Vorliebe auf kleinere Details im urbanen Umfeld, die er dann – mittels sorgsam gewähltem Ausschnitt und bewusst gesetzter Schärfentiefe – aus dem Gesamtkontext herauslöst und so im besten Sinne des Wortes in den Fokus des Betrachters rückt. Farbige Umlenkrollen einer Seilzugkonstruktion, verwitterte Holzpfosten und die strenge Geometrie gespannter Oberleitungen entfalten dabei einen ganz neuen Reiz.

 „In der Realität das Besondere zu sehen, ist ein Part, der für mich wichtig ist“, erklärte Knechtel bei der Eröffnung seiner Ausstellung in der städtischen Begegnungsstätte an der Bückeburger Herderstraße, wo er derzeit einen Querschnitt seines kreativen Schaffens präsentiert. Rostige Metallteile oder ein alter Baumstumpf etwa würden doch viel „bessere Geschichten erzählen als das Neue“. Um diese Geschichten jedoch zu entdecken, habe er im Laufe der Jahre zunächst „eine ganz bestimmte Art und Weise zu schauen“ entwickeln müssen.

 Außer diesem Schwerpunkt seines künstlerischen Schaffens sind es auch die „vielfältigen Möglichkeiten der digitalen Beeinflussung des Bildes bis hin zu extremen Verfremdungen“, denen sich der pensionierte Lehrer und Diplom-Mathematiker Knechtel verschrieben hat. Ein Beispiel hierfür ist sein ebenfalls in der Begegnungsstätte zu sehendes großformatiges Foto eines belebten, schwedischen Spielplatzes, dem er am Computer mit Hilfe eines Bildbearbeitungsprogramms eine höchst plakative, grafische Anmutung verliehen hat.

 Andere seiner digitalen Verfremdungen erschließen sich dagegen mitunter erst auf den zweiten Blick, was aber so beabsichtigt ist: Mit diesen Fotografien wolle er nicht zuletzt die gedankliche Kreativität des Betrachters anregen, da ein jeder die Möglichkeit habe, etwas anderes in solchen Bildern zu sehen, sagt Knechtel, dessen Kunstwerke auch käuflich erworben werden können.

 Geöffnet ist montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr sowie an Wochenenden von 14.30 bis 18 Uhr.

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