Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Intime Atmosphäre in St. Nikolai

Quartett konzertiert in Rinteln Intime Atmosphäre in St. Nikolai

Das musikalisch so phantasievolle Kammerkonzert mit dem „Matinée-Quartett“ hätte gern auch in einem Sommergarten stattfinden können.

Voriger Artikel
Vorsicht bissig!
Nächster Artikel
Ausstellung: „Gemäldeschau“ bückeburger Maler

Rinteln. Aber auch die Rintelner St.-Nikolai-Kirche war ein guter Ort für das hingebungsvolle Spiel der vier Musiker, die Werke des jungen Claude Debussy, der Französin Nadia Juliette Boulanger und Johannes Brahms aufs Programm gesetzt hatten.

 Zum ersten Mal stand der Flügel aus dem Gemeindehaus im Kirchenschiff und Daniel Kaczmarek zeigte den Wohlklang des Instruments. Erstaunlich, wie es dem Pianisten gelang – zusammen mit Violinistin Natalia Wiest, Eva Politt und ihrer Bratsche und Monika Herrmann am Cello – die eigentlich „weltliche“ Kammermusik so leicht und unbefangen im Kirchenraum erklingen zu lassen.

 Debussys „Premier Trio en Sol“ für Violine, Violoncello und Klavier war eine Auftragsarbeit des damals erst 18-jährigen und noch ganz von der Romantik beeinflussten Komponisten, mit der er seine Virtuosität beweisen wollte: Heraus kam ein Stück, dessen vier Sätze rauschhaft und gefühlsselig an die Musik von Robert Schumann und Peter Tschaikowsky erinnern. Von einem „Ungestüm“, das „gezähmt“ werden müsse, war so manchmal in Bezug auf den jungen Debussy die Rede.

 Komponistin Boulanger dann gab Herrmann die Gelegenheit, mit ihrem Cello neben dem Klavier zu brillieren. Drei kleine Stücke der ungewöhnlichen Französin erforderten ein intimes Zusammenspiel von Klavier und Cello, das die Zuhörerschaft spürbar faszinierte: Nicht oft wird man Zeuge einer so selbstverständlichen Gemeinschaft von diesen beiden Instrumenten.

 Schließlich folgte das Klavierquartett g-Moll, Opus 25, von Brahms, der sich, obwohl doch aus dem kühlen Norden stammend, mit ebensolcher Leidenschaft wie seine französischen Komponisten-Kollegen der spätromantischen Musik-Poesie überließ. Das Quartett, von dessen erstem Satz Arnold Schönberg sagte: „Leider nicht von mir“, es spielt mit Themen der ungarischen Volksmusik. Das „Rondo alla Ziganese“ des vierten Satzes lud fast zum Tanzen ein und wurde, nach sehr herzlichem Schlussbeifall, noch einmal als fröhliche Zugabe gespielt. cok

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben