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Klangfeuerwerk zum Staunen

Bückeburg / Kultur Klangfeuerwerk zum Staunen

Dass bei den vom Evangelischen Jugendwerk Schaumburg auf Schloss Baum ausgerichteten Konzerten stets etwas Besonderes geboten wird, ist schon lange kein Geheimnis mehr.

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Mit seinen selbst komponierten Klangwelten begeisterte der Ausnahmemusiker Vicente Patiz - hier beim Spielen seiner 42-saitige Harfengitarre - das Publikum auf Schloss Baum.

Quelle: wk

Bückeburg. Entsprechend hochkarätig war denn auch die jüngste Veranstaltung, bei der der Gitarrist Vicente Patiz die Besucher auf eine musikalische Reise mitnahm.

Die von ihm zu Beginn des Abends von einem verschmitzten Lächeln umspielte Ankündigung, dass es „mediterrane Gitarrenmusik“ zu hören gebe, erwies sich jedoch schnell als eine leichte Untertreibung. Denn „bereist“ wurden außer mediterranen Gefilden auch noch die Weiten Australiens und der Mongolei, die Hochebenen in Tibet und die Dschungel in Südamerika. Das, was der 1976 geborene und im sächsischen Johanngeorgenstadt aufgewachsene Künstler seinen Zuhörern vor fast ausverkauftem Saal präsentierte, war eine wuchtige Live-Performance der Extra-Klasse. Oder, wie es auf seinen ausliegenden Werbeflyern treffend formuliert ist: „Er steht allein auf der Bühne und entfacht ein orchestrales Feuerwerk ... was bleibt ist Staunen!“

Dabei bediente sich Patiz unterschiedlichster Gitarren bis hin zu einer von einem renommierten Gitarrenbauer eigens für ihn angefertigten 42-saitigen „Harfengitarre“, der nicht nur ein Gitarrenhals mit zwölf Saiten sowie zwei weitere Sechssaiter aus dem flachen Korpus wachsen, sondern die auch noch mit 18 Harfensaiten bestückt ist. Nicht zuletzt mit diesem speziellen Instrument kreierte er phantastische Klangwelten, die mitunter durch perkussive Elemente, sonore Didgeridoo-Töne und andere Laute komplettiert wurden.

Um etwa eine mit vielerlei Geräuschen aufwartende Dschungelatmosphäre „lebendig“ werden zu lassen, ließ Patiz eine Nagelfeile über die tiefen Stahlsaiten einer Akustikgitarre schrammen, um das Sirren von Moskitos zu imitieren. Den orchestralen Eindruck erzeugte der Ausnahmemusiker dabei durch den Einsatz einer sogenannten „Loop-Station“: ein elektronisches Gerät, mit dem er live gespielte, nur ein paar Takte kurze Teilstücke seiner Lieder aufnahm, die er von der Anlage dann je nach Erfordernis in einer Endlosschleife sofort wieder abspielen lassen konnte.

Nach und nach setzte er so durch immer mehr angestimmte Instrumente seine komplexen Werke zusammen, die einen einfach nur staunen ließen. wk

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