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Kunst für den Durchblick

Steinhude / Kultur Kunst für den Durchblick

Seit Mai läuft auf der Insel Wilhelmstein die Ausstellung „Im Glashaus“ des renommierten Künstlers Timm Ulrichs. Diese endet nun mit einer Finissage am Sonntag, 20. Oktober. Beginn ist um 12.30 Uhr, die Überfahrt zum Wilhelmstein – ab 12 Uhr von den Strandterrassen aus – ist frei.

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Im „zitternden Haus“ haben Gläser einen unsicheren Stand.

Quelle: pr.

Steinhude. Damit geht die zweite Saison für Ulrichs Glashaus-Kunst, bestehend aus den Werken „Das beschützte Haus“, Das zitternde Haus“, Das splitternde Haus“, „Das getarnte Haus“ und „Das tätowierte Haus“, zu Ende. Das Besondere, sagte der Kunstkritiker Michael Stoeber bei der Vernissage im Jahr 2012: : Die Häuser seien keine Vitrine, sondern selbst Protagonisten von Ulrichs Schaffen.

 Demnach sehe Ulrichs auch den Körper des Menschen als Haus, das er bewohnt und in dem er lebt. Das Haus bilde den Menschen ab, porträtiere und spiegele ihn.

 Ulrichs hat diverse Besonderheiten in die Häuser eingebaut. Im „zitternden Haus“ bewegen sich zahlreiche Gläser auf einem Tisch, wenn Betrachter sich dem Gesamtobjekt nähern. Die Häuser mit menschenähnlichen Zügen und Gefühlen haben im Jahr 2012 viele tausend Besucher gesehen. Eine Kurzbeschreibung:

 „Das beschützte Haus“ ist in verkleinerter Form als Betonhaus in das Glashaus eingezogen. Dadurch wird „das Feste, Starke und Solide vom Fragilen, Schwachen und Verletzlichen behütet“, heißt es auf meerkunstraum.de. Eine paradoxe Situation, die auch im Leben nicht selten sei.

 Beim „zitternden Haus“ teilt eine Glasplatte das Innere des Hauses in der Horizontalen. Sie ist mit Gläsern bedeckt. Nähert sich ein Besucher, lassen Bewegungsmelder und Motoren den Tisch erzittern.

 Im „splitternden Haus“ scheint nicht eine einzige Glasscheibe mehr intakt. Timm Ulrichs bezeuge mit seinem Werk an dieser Stelle „die Fragilität des Menschen im Sinne der Diagnose des österreichischen Schriftstellers Thomas Bernhard: ,Das Gehirn ist ein Staatsgebilde, plötzlich herrscht Anarchie‘“, zitiert merrkunstraum.de.

 „Das getarnte Haus“ verdeutliche, „dass die beste Tarnung oft darin besteht, uns unserer Umgebung vollkommen anzupassen“. Darin sind in Verdoppelung die Wolken, Wellen, Büsche, Häuser und Festung der Insel zu sehen.

 Für „Das tätowierte Haus“ operiere Ulrichs mit der Figur der Verkehrung. Statt in das Haus hinein, lenke er den Blick auf seine Oberfläche, seine „Haut“. Die „tätowierten“ Glasscheiben des Hauses zeigen Schwärme von Vögeln, die als sandgestrahltes Bild auf das Glas des Gehäuses aufgebracht sind. kil/r

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