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Kunstgenuss der besonderen Art

Konzert Kunstgenuss der besonderen Art

Wer am Sonnabend das Neujahrskonzert im Ratskellersaal hören durfte, hat einen Kunstgenuss der besonderen Art erlebt. Der Lions Club Rinteln hatte eingeladen und unter dem Motto „Kleine Form – große Kunst“ präsentierte er zwei hochkarätige Musikerinnen: Professorin Maria Kriegel (Violoncello), auch als „La Celissima“ bekannt, mit weltweit erworbenem Renommee, und Almut Preuß-Niemeyer (Klavier), die bisher schon in Deutschland und Südafrika geglänzt hat.

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Maria Kriegel (Violincello) und Almut Preuß-Niemeyer (Klavier) lassen das Neujahrskonzert des Lions Clubs Schaumburg mit ihrem virtuosen Spiel zu einem wahren Genuss werden.

Quelle: tol

Rinteln. Im nahezu voll besetzten Saal begrüßte der Präsident des Lions Club Rinteln, Jörg Reinecke, das Auditorium und stellte die Künstlerinnen vor: Maria Kriegel lehrt an der Musikhochschule Köln, Almut Preuß-Niemeyer ist an der Musikhochschule in Hannover tätig.
Das Programm enthielt einen Reigen aus Cellostücken, komponiert von Virtuosen aus sechs Ländern aus einer Zeitspanne von zwei Jahrhunderten.
Kriegel begrüßte ihrerseits die Gäste und erläuterte die Besonderheit des Cellos als Soloinstrument, wurde es doch in dieser Eigenschaft lange Zeit von den Komponisten ignoriert. Sie spielt auf einem klassischen Instrument, um 1730 von Geigenbauer Carlo Tononi in Venedig gebaut. Zu jedem Stück gab es eine launige und informative Einführung bezüglich Komponisten, Entstehung und Charakter, was das Verständnis der Musik erleichterte.
Zur „Suite populaire espangnole“ von Manuel de Falla verlas Kriegel die Texte der zugrunde liegenden Lieder. So waren ursprünglich einige Stücke für Geige komponiert worden, beispielsweise die „Sonata C-Dur“ von Boccherini, oder für Orchester, wie das „Allegro appassionata Opus 43“ von Camille Saint-Saëns. Sie wurden später für das Cello entdeckt oder umgearbeitet.
Überraschend auch die Klangbreite des Cellos, als Bassinstrument jedem bekannt, klang es passagenweise einer Geige zum Verwechseln ähnlich. Besonders schön auch die Auswahl der einzelnen Musikstücke: Mal melancholisch, mal amüsant, mal elegant beschwingt, mal lustig und tänzerisch, mal gesanglich und besinnlich. Eine gelungene Einstimmung auf das neue Jahr.
Beide Musikerinnen ergänzten sich harmonisch, sodass die ganze Skala der Cellomöglichkeiten eindrucksvoll dargeboten werden konnte. Das virtuose Spiel, gepaart mit Temperament,
Phantasie und Gefühl ließ das Konzert zu einem wahren Genuss werden.
Wurden beide Protagonistinnen schon mit doppeltem Beifall in die Pause begleitet, sparte das Auditorium auch am Ende nicht mit Beifall. Und der war wirklich verdient und führte noch zu drei Zugaben.
Der Abend war Beleg dafür, dass es nicht großer Säle und riesiger Klangkörper bedarf, um Musik eindringlich darzubieten. Zum Abschied dankte Reinecke den Künstlerinnen sowie dem Publikum und wünschte allen ein gutes neues Jahr. Seine Bemerkung – „Musik wäscht den Staub des Alltags von der Seele“ – traf auf das Gehörte uneingeschränkt zu. Dem Lions Club ist es gelungen, ein besonderes Musikerlebnis zu ermöglichen, dessen Erlös, wie man hörte, der Musikarbeit an heimischen Schulen zugute kommen soll.

Von Kurt Maszuttis

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