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Kultur / Schütte-Chor Mit Leichtigkeit

Russisch und ungarisch, hebräisch, englisch, philippinisch - und auf Kisuaheli: Der Schütte-Chor unter der Leitung von Namensgeber Jürgen Schütte ließ es in seinem 35. Chorkonzert zum Advent international angehen, und schenkte 200 Gästen am Freitag in der Obernkirchener Stiftskirche hohen musikalischen Genuss.

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Jürgen Schütte dirigiert einen optimal eingestimmten Chor.

Quelle: sk

Zu keinem Zeitpunkt rutschte der Blick verstohlen auf die Armbanduhr, was zweifelsohne an der Lust der Sänger lag und an ihrem Können. Als wichtige Facette erwies sich der direkte Kontakt zum Publikum: Kein Notenblatt, kein Ordner lag zwischen Akteuren und Zuhörern, zwischen Sängern und Dirigent.
Vom „Tollite hostias“ aus dem Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saëns über ein russisches „Vater unser“ von Nikolaj Kedroff, von „Shirim ad kan“ von Nachum Heiman bis zum phillipinischen „Rosas pandan“ und einem Dutzend deutschsprachiger Weihnachtslieder, zwischen denen Hans Ellenbeck jeweils mit dem Akkordeon nahtlos überleitete und den Applaus bis zum Beifallssturm am Konzertschluss zurückhielt: Die Sänger hatten ihren Text und ihre Einsätze im Kopf und im Gefühl, was Stimmfreiheit, Ausdruckskraft und Leichtigkeit förderte. „Das ist Schaumburger Märchensänger-Schule“, bemerkte ein Konzertgast in der Pause anerkennend. Fast alle Chormitglieder waren in ihrer Jugend, etliche bereits als Kind, bei den Märchensängern aktiv. Für die „Ehemaligen“ hatte Jürgen Schütte 1975 ein sehr erfolgreich agierendes Nachfolgeensemble gegründet. Patina hat der Schütte-Chor im Lauf der Jahrzehnte nicht angesetzt. Im Gegenteil.
Die Sopranstimmen zeigten am Freitag eine fast mädchenhafte Frische. Und um die kontrastierenden warmen Bässe darf der Schütte-Chor von anderen Ensembles beneidet werden. Die feinen Stimmzeichnungen, die Dynamik des Chores ließen aufmerksam horchen, um keine Nuance zu verpassen und boten bekannten Texten eine Chance, nicht gedankenlos verkonsumiert zu werden - weder in der „Stillen Nacht“ von Franz Xaver Gruber noch in Johann Friedrich Reichardts „Heiliger Nacht“, der „Nacht der unendlichen Liebe“.

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