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Mit ganz eigener Geschmacksnote

Landkreis Mit ganz eigener Geschmacksnote

Überschäumende Spielfreude, saftige Pointen und spontane Improvisation, wenn mal der Text nicht so fließen sollte, wie er im maßgeschneiderten Rollenbuch steht: Das sind die Zutaten, aus der das Freizeittheater Silixen (bei Rinteln) das Spaß-Menü für fünf höchst vergnügliche Vorstellungen zubereitet hat.

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Für Alfons Riebele (rechts) wird’s brenzlig, als ihm seine Tochter Ulrike ausgerechnet mit Werner Ziegler einen Kriminalisten als zukünftigen Schwiegersohn vorstellt. Die schwerhörige Oma (hinten links) und die spürnasige Nachbarin Hildegard Zöpfler denken sich ihren Teil.

Quelle: who

Landkreis. Die Plätze in der Aula der Silixer Grundschule waren am Freitag und Sonnabend dreimal ausverkauft. Aber mit etwas Glück gibt es für die Freunde deftiger Laientheater-Kost am nächsten Wochenende noch Karten an der Abendkasse.

 Der Versuch, spontan noch einen freien Platz zu erhaschen, lohnt sich auf alle Fälle. Diesen Eindruck nahm schon das Premierenpublikum am Freitag mit nach Hause von einem Theaterabend, wie er vergnüglicher nicht hätte sein können.

 „Das Geld ist im Eimer“ – der Wirbel um einen Koffer voller Moneten, den Alfons Riebele nach einer feuchtfröhlichen Nacht in seinem Wohnzimmer entdeckt, ist der Hauptbestandteil des Menüs, dessen Würzzutaten noch nicht verraten werden. Es stehen ja noch zwei Vorstellungen aus.

 Aber so viel darf gesagt werden: Beim Freizeittheater Silixen verderben viele Köche respektive Schauspieler nicht den Brei. Sondern sie komponieren aus der bloßen Vorlage, in diesem Falle geliefert von Dietmar Steimer, ein Stück mit einer besonderen Geschmacksnote. Die Bank dafür sind allein schon die altgedienten Akteure, die in tragenden Rollen an den meisten der Menüs in inzwischen 26 Theaterjahren mitgewirkt haben. Vorneweg Michael Weber, der mit seiner unverwechselbaren Mimik dieses Mal dem verhinderten Glückspilz Alfons Riebele seine persönliche Note verleiht. Dazu Regina Ließ, die selbst schon fürs Freizeittheater eigene Stücke geschrieben hat und aktuell in einer Männerolle als Bertram Guggenmoser und Kumpel von Alfons die Pointen-Jagd anheizt. Und dass Dirk Schröder als Vertreter der älteren „Schauspieler-Köche“ heute als Kriminalpolizist immer noch den jugendlichen Liebhaber spielt, steht für die Frische des Theaterprojektes, das zu Beginn gar nicht für über ein Vierteljahrhundert gedacht war.

 Als weiterer Eindruck vom Wochenende bleibt: Das Freizeittheater Silixen ist auf längere Sicht angelegt. Denn mit Christine Prange als Alfons Riebeles Frau, Renate Schenn als schwerhörige Oma, die ständig ihre Brille sucht und die Banknoten als simples Papier verkannt hat, hatte die Schauspielergruppe bereits vor etlichen Jahren Nachwuchs im „Mittelfeld“ bekommen. Dass jetzt auch jugendliche Eigengewächse wie Sarah Ließ als Tochter der Riebeles und Alina Schenn als spürnasige Nachbarin Hildegard in der Kriminalkomödie mitmischen, lässt auch in Zukunft auf Hausmacher-Theaterkost hoffen.

 Wenn auch weiterhin ein Heinzelmännchen-Team beim Auftragen hilft, steht dem nichts mehr im Wege. Denn (Freizeit)-Theater wird nicht nur auf der Bühne „gekocht“, sondern dazu braucht es noch viel mehr. Zum Beispiel: Eine unsichtbare Souffleuse wie Beate Böttcher, die hinter dem Vorhang den Textfluss in Gang hält und vor den Auftritten Frisuren und Kostüme richtet. Dazu Peter Reich, der sich seit Jahren um Ton- und Lichttechnik kümmert. Und die zahlreichen Helfer, die die Büfetts für die Kaffee- und Abendpausen bestücken, ohne die eine Vorstellung des Freizeittheaters nicht das wäre, was sie ist: Ein Spaßmenü pur, zubereitet für die Liebhaber süßer bis herzhafter Kost, das jedes Jahr neu zusammengestellt wird und immer wieder neue Nuancen schmecken lässt.

 Die beiden letzten Vorstellungen in dieser Spielzeit beginnen am Freitag, 7. November, um 19.30 Uhr und am Sonnabend, 8. November, um 19.30 Uhr in der Silixer Schulaula. who

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