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Richtig falsch gelegen

Bernhard Hoëcker vor 400 Zuhörern in Lauenau Richtig falsch gelegen

Der Mann hat’s drauf. Quirlig hopst er über die Bühne, fasst sich an den Kopf, frozzelt den Fotografen an und pflanzt sich dann auch noch mitten ins Publikum: Zweieinhalb Stunden lang hat der Kabarettist Bernhard Hoëcker seine 400 Zuhörer im Lauenauer Sägewerk unterhalten, die sich prompt von ihm immer wieder auf die Schippe nehmen ließen und ihm dabei nicht einmal böse waren.

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Heiterer Blick auf moderne Mittel der Kommunikation: Bernhard Hoëcker.

Quelle: nah

Lauenau. Dass sie dem Programmmotto gemäß „richtig falsch gelegen“ haben, machte er ihnen in einer fast atemberaubenden Themenfolge klar. Da verglich er die Gestik verschiedener Völker miteinander: Der eigentlich Mut machende erhobene Daumen bedeute zum Beispiel in Griechenland „Leck mich!“, das hierzulande verächtliche Fingertippen an die Schläfe in Südamerika die freundliche Bitte um Mitnahme – mit all seinen verwirrenden Folgen.

 Hoëcker räumte mit dem „Public Viewing“ von Fußballbegeisterten auf: Der Begriff werde in Amerika beim öffentlichen Aufbahren einer Leiche verwendet. Ein Parforceritt durch die Geschichte führte von der Erschaffung der Welt über Römer und Germanen bis hin zu den modernen Mitteln der Kommunikation. Dass seine Witze über Religion oder Kranke mitunter etwas makaber wirkten, überhörte das immer wieder herzlich lachende Publikum offenbar geflissentlich.

 Eine amüsante Lehrstunde in Sachen Mathematik und seine Auslegung von Statistiken, dass die sinkende Scheidungsrate in amerikanischen Bundesstaat Maine einherginge mit dem Absatzrückgang von Margarine in den gesamten USA, mündete in der plausiblen Feststellung: „Mit weniger Margarine kann man sich weniger eine schmieren.“ Und nach scharf gewürztem Essen aus indischer Küche brenne es eben dreimal: „Im Mund, auf dem Klo und beim Kanalarbeiter in der Nase.“

 Doch bei aller eigenen Schlagfertigkeit hat er wohl nicht mit Tamina aus Hannover gerechnet, die er im Publikum ausmachte und sie auf die Bühne bat. Als sie im Scheinwerferlicht Hoëckers Fragen geschickt parierte, konnte sich selbst der gewiefte Comedian das Lachen nicht verkneifen. Und jede Wette: Es hat ihm sogar Lachtränen ins Auge getrieben. nah

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