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Trio spürt technischen Entwicklungen nach

Grenzgänge zwischen Konstruktion und Werden Trio spürt technischen Entwicklungen nach

 Totes Industriematerial verwandelt sich in Fabelwesen, rätselhafte geometrische Figuren schlängeln sich an der Wand entlang, phantastische Fauna sprießt aus dem rauen Beton: Die Schau „Konstruktiv – Organisch“ des Kunstvereins Barsinghausen zeigt bis zum 10. Mai im „Raum für Kunst“ an der Egestorfer Straße in der Deisterstadt das dialektische Gegenüber dieser beiden Begriffe.

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Martina Schreiber zeigt im „Raum für Kunst“ filigrane Drahtkonstruktionen, die an Korallen erinnern.

Quelle: bes

Barsinghausen. Zu sehen sind geheimnisvollen Schwebewesen und feingliedrige Konstruktionen von Marina Schreiber, Friedrich Daniel Schlemme und Elke Lennartz.

Das Trio will in dieser Schau die Grenzen zwischen dem organischen Werden und der Konstruktion verwischen und Bezug auf die zeitgenössische Entwicklung in der Biochemie nehmen. In einer Zeit, in der Bionik zunehmend die technischen Prozesse dominieren, werde zugleich das Thema der Entsorgung des Produzierten eine wichtige Frage, wie der Kunstvereinschef Friedrich Holtiegel beschreibt.

Die Künstler setzen bei „Konstruktiv – Organisch“ auf die Spannung zwischen diesen beiden Begriffen, zugleich aber auch auf die Bezogenheit aufeinander. So entstehen etwa zwiespältige Assoziationen zu Korallen und mikroskopisch kleinen Lebewesen sowie den kühlen, abstrakten Gitterlinien technischer Zeichnungen. Aus diesem Kontrast schöpfen die Künstler ihre Inspiration zu den gezeigten Werken.

Wie bei den Formen setzt das Trio auch beim Material auf ein breites Spektrum. Dieses reicht etwa von Lindenholz über Papiermaschee und Polyester bis hin zu mächtigen, gewundenen Metallplatten. Die verwendeten Elemente werden dabei bewusst antagonistisch eingesetzt.

Die Hildesheimerin Lennartz bevorzugt in ihren Werken Kunststoffe als Ausgangsmaterial und fertigt daraus Plastiken. Aus Objekten des Alltags kreiert sie durch die Kombination mit anderen Materialen wie Gaze fremdartig scheinen Gebilde, die an Amöben, Einzeller und andere Kleinlebewesen erinnern. Zu sehen waren die Objekte der Hildesheimerin bereits in Osnabrück, Hameln und Hannover.

Auf eine ähnlich große Zahl an Ausstellungen kann der Berliner Künstler Schlemme zurückblicken. Seine Zeichnungen, Plastiken und Malereien waren in Frankfurt, Düsseldorf und Seoul zu sehen. In seinen Werken setzt sich Schlemme mit der Wahrnehmung des Raumes und der Objekte in ihm.

Filigrane Konstruktionen stellt Marina Schreiber aus Berlin bei der Schau „Konstruktiv – Organisch“ vor. Die Drahtgeflechte erinnern an Korallen aus tropischen Meeren und stellen so ein Spannungsfeld aus den verwendeten Materialien und ihrer Reminiszenz an die Natur dar.

Zu sehen ist die Schau bis zu Sonntag, 10. Mai, donnerstags von 19 bis 21 Uhr, sonnabends von 13 bis 18 Uhr sowie sonntags von 11 bis 18 Uhr. Öffentliche Führungen werden donnerstags ab 19 Uhr angeboten. Der Eintritt ist frei. Für die Finissage am 10. Mai ist ab 17 Uhr ein Künstlergespräch geplant. bes

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