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Von Kleinenbremen auf die Musical-Bühne

Bückeburg Von Kleinenbremen auf die Musical-Bühne

Musicaldarsteller müssen körperlich fit sein. In Hamburg, wo er wohnt, geht Siegmar Tonk deshalb regelmäßig in die Muckibude. Zurzeit hält sich der „Fiesling Zitrone“ aus dem Musical „Die schwarzen Brüder“ in Form, indem er im Bückeburger Bergbad Bahnen zieht und mit dem Rad zur Arbeit fährt.

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Fleißig: Auf der Terrasse seines Kleinenbremer Elternhauses liest Siegmar Tonk das Script zu „Die schwarzen Brüder“. 

Quelle: ly

Bückeburg. Sein Arbeitsplatz ist die imposante Open-Air-Bühne an der Südseite des Bückeburger Schlosses. „Es gibt Schlimmeres“, scherzt Tonk, der bis Mitte September bei seinen Eltern in Kleinenbremen eingezogen ist. Mit einem Milchkaffee sitzt er auf der Terrasse seines Elternhauses, studiert das Script und genießt den traumhaften Ausblick ins Schaumburger Land. In seiner Freizeit will er „die Akkus aufladen“, geht gelegentlich in Kneipen, trifft alte Freunde und hat sich Spaziergänge durch die „tolle Portaner Landschaft“ vorgenommen, die Bekannte von ihm mit „Auenland“ aus „Der Herr der Ringe“ vergleichen.

 Die Rolle des Schornsteinfegermeisters Zitrone findet Tonk reizvoll, auch wenn es keine Hauptrolle ist. „Jeder von uns hat eine dunkle Seite“, erklärt der Wahl-Hamburger. „Der Reiz liegt darin, in einer gesicherten Umgebung einen Blick darauf werfen zu können.“ Anders ausgedrückt: „Ich darf meinen Kollegen eine scheuern.“ Wieder ein Scherz.

 Ernster äußert sich Tonk zum Spielort Bückeburg, der „auf jeden Fall Zukunft“ habe. „Die Atmosphäre ist total schön und einzigartig, das Schloss sehr edel und als Kulisse total spannend. Es wäre ein großer Coup, wenn sich das als Sommertheater etablieren würde.“

 Groß raus kommt in der dramatischen Geschichte um den jungen Kaminkehrer Giorgio auch Tonk. Einige Male springt er für Thorsten Tinney ein und spielt den Battista Rossi, der Giorgio wie einen Sohn behandelt, eine der Hauptrollen. Für Tonk wird bei diesen Aufführungen ebenfalls Ersatz gebraucht.

 „Rossi ist das genaue Gegenteil zu Zitrone, der seine Kinder verschleißt“, so der Mann aus Kleinenbremen. Für Tonk ist es kein Problem, im selben Stück zwei vollkommen unterschiedliche Charaktere zu spielen. „Man muss den Hebel umlegen“, sagt er. „Dazu braucht man Talent, muss für das Theater brennen und auf die Bühne wollen.“

 Das wollte Tonk schon als Schüler in der Theater-AG des Gymnasiums in Hausberge. Er nahm Ballett- und Musikunterricht, absolvierte 1995 eine Ausbildung an der Hamburger „Stage School of Music, Dance and Drama“, einer privaten Musicalschule. Es folgten reihenweise Engagements, im Musical „High Fidelity“ spielte der viel beschäftigte Künstler die Hauptrolle. Parallel zu den „Schwarzen Brüdern“ laufen in Kiel Vorproben zu „Kiss me Kate“, wo Tonk demnächst mitwirkt.

 Wenn Tonk den Battista Rossi gibt, ist Maite Kelly seine hartherzige Frau. Diese ist bekannt geworden als zweitjüngstes Kind der „Kelly Family“ und Sängerin der gleichnamigen Familienband, bevor sie eine Solokarriere startete.

 Über seine Partnerin auf der Bühne, wo das Paar sich ordentlich ankeift, weiß Tonk privat nur Gutes zu berichten: „Maite ist sehr bodenständig, patent und professionell“, erzählt er. Tonk könnte sich nicht vorstellen, wie Kelly bei „Let’s Dance“ mitzumachen, weil er solche Formate nicht mag. Seine Traumrolle ist ohnehin eine andere: „Sweeney Todd“, der teuflische Barbier, den Johnny Depp im Kino-Musical gespielt hat.

 Wer Siegmar Tonk, und alle anderen auf der Bühne sehen will: An diesem Wochenende werden „Die Schwarzen Brüder“ am heutigen Freitag und morgen jeweils um 19.30 Uhr gespielt, morgen zudem um 14.30 Uhr, am Sonntag um 11 und um 18 Uhr. ly

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