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Vorsicht bissig!

Museum öffnet auch für Hunde Vorsicht bissig!

Für seine im Juni beginnende Sommerausstellung mit 110 Hundedarstellungen hat sich das Berliner Kupferstichkabinett etwas Besonderes einfallen lassen: Ausnahmsweise dürfen Vierbeiner mit ins Museum kommen.

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Hund und Herrchen können in Berlin unter anderem dieses mit Deckfarben gestaltete Bild betrachten.

Quelle: haz

Berlin. Was werden sie sehen und beschnuppern? Das hat sich mit zuvor in der Kunst nicht gekannter Intensität 1912 der Münchner Expressionist Franz Marc gefragt. Er setzte seinen schneeweißen Schäferhund „Russi“ in eine kubistische Landschaft aus regenbogenfarbenen Bergen und Bäumen, als nachdenkliche Rückenfigur à la Caspar David Friedrich.

In der Ausstellung mit dem Titel „Wir kommen auf den Hund!“ geht es um unterschiedliche Perspektiven auf den Freund, Helfer, Sklaven des Menschen, Kettenhund, Kampf- oder Höllenhund, Rasseexemplar oder Promenadenmischung. In Blättern von Künstlern wie Dürer, Rembrandt, Carracci oder Menzel begegnet des Menschen treuster Begleiter als Metapher der Zähmung, Züchtung und Unterwerfung, als angstbesetzt oder Allegorie der Treue, verspielte Genrefigur oder herrschaftliches Repräsentationsmotiv. Picassos struppiger Lieblingsdackel hieß „Lump“, Max Liebermanns Dackel „Männe“ durfte bei Bootsfahrten dabei sein.

Heute quillt das Internet über mit süßen, lustigen Fotos und Videos von Tieren. Aufnahmen von Hunden, die mit dem Kopf in Futterdosen stecken; um die Aufmerksamkeit von Katzen buhlen oder Kindern Spielzeuge wegnehmen, werden millionenfach „geteilt“ und „geliked“. Selbst Leute, die im Alltag nicht durch infantiles Verhalten auffallen, beglücken das Netz mit eifrig erjagten Tierbildern.

Heinrich Schulze Altcappenberg, Direktor des Kupferstichmuseums, beobachtet in der aktuellen Überfülle tierischer Darstellungen eine formale Verarmung. Anstelle differenzierter Sichtweisen herrsche in Sozialen Netzwerken und Hochglanzmagazinen das „Hübsche“ und „Putzige“ vor, während die Meisterwerke der Kunst auch das „Hündische, Niedrige und Monströse“ zeigten.

Mit der Einladung der Tiere setzt sich das Museum über alle bestehenden Regeln hinweg. Zugelassen sind die Tiere allerdings nur zu bestimmten Terminen – und wenn sie stubenrein und aggressionsfrei sind.

„Wir kommen auf den Hund“, 26. Juni bis 20. September, Führungen für Hund und Begleiter vier Euro, erster Termin: 17. September, 18.30 Uhr. Di Blasi

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