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Warum Kunstdiebstahl auch sein Gutes hat

Stadthagen / Vortrag Warum Kunstdiebstahl auch sein Gutes hat

Eine große Sammlung von Werken Adriæn de Vries‘ beherbergt das Museum de Vries im schwedischen Königsschloss Drottningholm. Über ihre Herkunft und ihren Weg nach Schweden hat Theodor Vollmer in Stadthagen berichtet. Eingeladen zu dem Vortrag im Marie-Anna-Stift hatte der Verein Renaissance Stadthagen.

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Theodor Vollmer referiert über das Werk des Bildhauers Adriæn de Vries. © Hanke

Stadthagen (han). Anschaulich beschrieb Vollmer die naturalistischen Darstellungen des niederländischen Bildhauers. Diese seien zwar detailliert, aber nicht übertrieben kleinteilig, sondern locker modelliert. Illustriert mit viel Fotomaterial schilderte der Referent die Bedeutung der Figurenensembles, zumeist künstlerische Auseinandersetzungen mit berühmten Figuren der antiken Mythologie.

Eingehend ging der Kunstmaler aus Lauenau auf die Frage ein, wie ein Großteil der Bronzeskulpturen nach Schweden gelangt ist. Im Jahr 1648 seien schwedische Truppen in Prag einmarschiert. Getrieben von ihrer Gier nach Kunst habe die Königin Christina von Schweden befohlen, die Kunstschätze der ehemaligen kaiserlichen Residenz und des Waldsteinpalais zu plündern.

Die ursprünglich für Kaiser Rudolf II. und den kaiserlichen Feldmarschall Albrecht von Wallenstein geschaffenen Werke seien über Elbe und Ostsee nach Stockholm verschifft worden. Für den Schlossgarten in Drottningholm habe man später Kopien angefertigt, da man die Originale nicht der Witterung aussetzen wollte. Weitere Duplikate gebe es auf Schloss Friedrichsburg in Dänemark sowie im Garten des Waldsteinpalais in Prag.

Historischer Kunstdiebstahl habe auch sein Gutes, beschloss Vollmer seinen kurzweiligen Vortrag. Hätte es diese Beutezüge nicht gegeben, so würden viele bedeutende Werke in Kunstzentren wie Prag stehen. Die Peripherie, zum Beispiel Stockholm, hätte nichts abbekommen.

Dass es in Bückeburg und Stadthagen überhaupt noch de Vries-Werke gibt, sei ihrer Unbekanntheit zu verdanken. Hätten Christina oder ihr Vater Gustav II. Adolf von den Meisterwerken gewusst, so seien diese unverzüglich konfisziert und nach Stockholm abtransportiert worden.

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