Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Wie Unmoral zu Weltruhm führt

Ausstellung „Böse Kinder“ Wie Unmoral zu Weltruhm führt

Max und Moritz stehen im Mittelpunkt einer Präsentation, die jetzt in der Bückeburger Stadtbücherei eröffnet worden ist.

Voriger Artikel
Der Thriller vom Hofprediger
Nächster Artikel
Virtuose Improvisationen

Die Bückeburger Büchereileiterin Kathrin Bormann lädt zum Besuch der Ausstellung „Böse Kinder“ ein.

Quelle: bus

Bückeburg. Die beiden vom Wiedensahler Kunstjünger Wilhelm Busch in die Welt entlassenen Lausbuben und die Figuren der gleichnamigen Geschichte entwickelten sich im Anschluss an die im November 1865 erfolgte Erstausgabe alsbald zu beliebten Motiven in vielen Alltagsbereichen.

Sie tummelten sich in der Werbung, auf Briefmarken und Notgeld, in der Küche und im Kinderzimmer oder wurden zu Namensgebern berühmter Designs, die bis auf den heutigen Tag zu den Verkaufsschlagern gezählt werden. „Wenn ein Bilderbuch in unzähligen Sprachen und Dialekten vieler Völker erscheint, dann muss es etwas ganz Besonderes, etwas zutiefst Menschliches haben, das nicht nur den Deutschen, Franzosen oder Japanern, sondern allen Menschen zu eigen ist“, erläuterte Hans Witte während der Ausstellungseröffnung.

„Die Missetaten der beiden Bengel führen uns in einfachen Bildern vor Augen, wie menschliche Tücke, Bosheit und Schadenfreude aussehen und dass die Unmoral letztlich zu Weltruhm führen kann“, legte der Experte dar, der gemeinsam mit seiner Ehefrau Lydia in Emmerthal die Edition Einstein führt.

Aus dieser Galerie für Buchdruckkunst stammen die Exponate der unter den Titel „Böse Kinder – Max und Moritz, Struwwelpeter und Konsorten“ gestellten Jubiläumsausstellung, die sich allerdings nicht nur mit den Protagonisten der dereinst vom Verleger Caspar Braun publizierten Bildergeschichte beschäftigt.

Gevatter Busch hatte anno 1865 Verleger Braun zu verstehen gegeben, die Geschichte „zu Nutz und eigenem Plaisir“ zu Papier gebracht zu haben. Braun möge „das Ding recht freundlich in die Hand nehmen und hin und wieder ein wenig lächeln“.

„Böse Kinder – Max und Moritz, Struwwelpeter und Konsorten“ wird in der Bückeburger Stadtbücherei zum ersten Mal gezeigt. Der in Bückeburg bis Sonntag, 10. Mai, laufenden Ausstellung sollen weitere Stationen in Ebergötzen und Hameln folgen.

Die Exponate (historische Bücher, Spiele, Spielsachen, Plakate und Mobiliar) werden in drei Steh- und fünf Tischvitrinen gezeigt. Zudem können etwa 20 Poster in Augenschein genommen werden, die in der Edition Einstein käuflich zu erwerben sind. Für den Besuch der Bücherei wird kein Eintritt erhoben. Die Einrichtung ist montags, dienstags und freitags von 9 bis 13 und von 15 bis 18 Uhr, mittwochs von 9 bis 12 Uhr sowie donnerstags von 9 bis 13 und von 15 bis 18.30 Uhr geöffnet.

Wie Büchereileiterin Kathrin Bormann mitteilt, sind die Aufbauarbeiten der in Kooperation mit der Schaumburger Landschaft realisierten Präsentation von einem Team des Deutschlandfunks begleitet worden. Die entsprechende Sendung soll am Ostersonnabend (4. April) um 9.10 Uhr in der Rubrik „Wochenendjournal“ zur Ausstrahlung kommen.   bus

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben