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Wilhelm Busch mit Blues-Note

Emmel und Bornhof vertonen den Satiriker Wilhelm Busch mit Blues-Note

„Schlagt den Busch auf! Der sagt auf Niederdeutsch, was Fontane in seinem graziösen Stil gesagt hat“, zitiert Borris Bornhof Kurt Tucholsky. Der hatte 1919 nicht nur Buschs „weise Resignation“, sondern auch das „restlose Vergnügen“ bei der Lektüre seiner Texte gerühmt.

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Johannes Emmel und Borris Bornhof geben den texten von Wilhelm Busch mit Blues-Rhythmen und Beatles-Melodien besonderen Pfiff.

Quelle: eaw

Hameln.  Bei ihrem Auftritt in der Pfortmühle, organisiert von der Bibliotheksgesellschaft, hat das Duo Johannes Emmel und Borris Bornhof den Busch-Texten eine neue Dimension verliehen.
Der Hamelner Steuerberater Johannes Emmel und der pensionierte Pädagoge Borris Bornhof gaben zum 150-jährigen Jubiläum der Bildgeschichten von Max und Moritz den Blick auf einen weitgehend unbekannten Wilhelm Busch frei. Einen Autor von mitunter beklemmender Aktualität, der sich, gemessen an seiner Zeit, alle satirischen Freiheiten herausnahm.

„Ins Feuer damit!“, forderte 1874 der kaiserlich-türkische Generalkonsul aus Leipzig empört. Aber nicht nur Tucholsky stellte klar, dass der Wiedensahler Zeichner und Satiriker gleichberechtigt mit großen deutschen Literaten auf eine Stufe zu stellen sei.

Bornhof und Emmel vertonten Busch, indem sie altbekannte Bluesrhythmen, ja sogar Beatles-Melodien unterlegen. „Das sind die Gitarrenklänge unserer Jugend, und die geben den Texten einen ganz besonderen Pfiff“, erklärte Bornhof. Der Liedvortrag hat ein anderes Tempo als die Lektüre oder eine Rezitation. So kommen die Busch’schen Pointen noch wirkungsvoller zur Geltung.

Das Publikum, das sich im kleinen Vortragsraum der Pfortmühle drängt, ist begeistert von Stücken wie „Bewaffneter Friede“, dem „Tugendschätzer“, der Geschichte von der „Kaltmamsell Schmöhle“ und vielen anderen, oft nur zeilenweise bekannten Busch-Geschichten. Die präsentiert das Duo mal moritatenhaft, dann wieder balladesk, immer aber sehr humorvoll und sprachlich wie musikalisch gut in Szene gesetzt.

Zwei Zugaben forderte das begeisterte Publikum, als letzte den „Geheimtipp“. Das aber sind Johannes Emmel und Borris Bornhof spätestens seit diesem Auftritt nicht mehr. eaw

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