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Fahrzeug rast in Gruppe von Gegendemonstranten

Rassistenaufmarsch in Charlottesville Fahrzeug rast in Gruppe von Gegendemonstranten

Nachdem Rechtsextreme jeglicher Couleur im US-Bundesstaat Virginia aufmarschiert sind, ist ein Fahrzeug in Gegendemonstranten gerast. Ein Mensch ist bei den Auseinandersetzungen gestorben. Der Gouverneur hatte zuvor den Notstand ausgerufen.

Sanitäter kümmern sich um Verletzte in Charlottesville.

Quelle: AP

Charlottesville. „Ein Auto tauchte plötzlich auf und mähte Fußgänger nieder“, sagte eine Augenzeugin gegenüber dem Fernsehsender CBS. Offensichtlich sind ein oder mehrere Fahrzeuge in eine Gruppe von Gegendemonstranten in Charlottesville/Virginia gerast. Die Menschen waren in die Kleinstadt gekommen, um gegen einen der größten Rassistenaufmärsche der letzten Jahre zu demonstrieren. Mehrere Menschen seien verletzt worden, meldete CBS.

Videos und Bilder zeigen, wie ein Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit in die Menschenmenge rast. Demonstranten versuchten, sich auf den Bürgersteig zu retten. Der Bürgermeister von Charlottevilles bestätigte kurz darauf, dass eine Person ums Leben gekommen ist. „Mein Herz ist gebrochen, ein Mensch ist gestorben. Ich dränge alle – geht nach Hause“, schrieb Mike Signer auf Twitter.

Den ganzen Tag über ist es zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen den Rechtsradikalen und ihren Kritiker gekommen. Der Gouverneur des US-Bundesstaats Virginia sah sich dazu genötigt, den Notstand für die Stadt Charlottesville auszurufen. Teils militante Rechtsextreme waren bereits am Freitag in die Stadt gekommen, um an einem Demonstrationszug am Sonnabend teilzunehmen.

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In der US-Stadt Charlottesville marschiert die Alt-Right-Bewegung auf, ein Sammelbecken für Rassisten und Nationalsozialisten. Es kommt zu Zusammenstößen mit Gegendemonstranten.

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Anlass für die Kundgebung unter dem Motto „Vereinigt die Rechte“ war ein Stadtratsbeschluss vom April 2017, eine Statue des Konföderierten-General Robert E. Lee aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg (1861 bis 1865), einem Befürworter der Sklaverei, zu entfernen. Auslöser für die Entscheidung war eine Petition eines afroamerikanischen Schülers. Im Zuge der letzten Monate ist der Park, in dem die Statue steht, bereits von Lee Park in Emancipation Park umbenannt worden.

Kampfsymbol der Alt-Right-Bewegung

Rechte Bewegungen sehen das Vorgehen der Verwaltung von Charlottesville als Provokation an. In den letzten Monaten ist die Statue zu einem Kampfsymbol der Alt-Right-Bewegung geworden, einem Sammelbecken für Rassisten und Nationalsozialisten, die in den letzten Jahren und besonders unter der Präsidentschaft Donald Trumps erstarkt ist. Unter anderem demonstrierte im Juli der Ku-Klux-Klan in Charlottesville.

Trump verurteilte die Gewalt, nachdem sich zunächst nur First Lady Melania geäußert hatte. „Wir ALLE müssen zusammenstehen & alles verurteilen, für das Hass steht“, twitterte Trump. „Es gibt keinen Platz für diese Art von Gewalt in Amerika.“ Später fügt er bei einer Pressekonferenz hinzu: „Egal, welche Farbe oder Religion wir haben, wir sind zuallererst Amerikaner. Wir lieben unser Land, unseren Gott, unsere Flagge.“ Gleichzeitig verurteilte Trump den „Hass, Fanatismus und Gewalt auf vielen Seiten“, ohne dabei direkt die Neonazis zu benennen.

Zu der Demonstration am Sonnabend waren bis zu 6000 Teilnehmer aus verschiedenen Spektren der Ultrarechten erwartet worden. Am Freitagabend waren Rechtsextreme mit einem Fackelmarsch durch die Stadt gezogen, darunter Menschen mit den Roben des Ku-Klux-Klans. Mehrere Medien berichteten von Nazi-Parolen, Hitler-Grüßen und Hakenkreuzen.

Eigene, bewaffnete Wacheinheiten

Am Sonnabendvormittag hatten sich bereits früh Rechte und Gegendemonstranten rund um den Park versammelt. Die Rechtsradikalen kamen wie zu solchen Anlässen üblich mit eigenen, schwerst bewaffneten Wacheinheiten, die sich rund um den Park postierten.

Die Gewalt eskalierte am Sonnabendvormittag als die Rechtsradikalen sich um die umstrittene Statue versammelten. Rechte und Gegendemonstranten lieferten sich heftige Faustkämpfe. Mehrere Menschen wurden verletzt, wie der Sender CNN meldete.

Von RND/aks/dpa

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24. Juli 2017 - Alev Doğan in Allgemein

Es gibt eine Wahrheit, vor der auch ich mich schon lange drücke. Eine, die auszusprechen weh tut: Um die Türkei steht es im Moment nicht gut. Ach was, um die Türkei steht es im Moment miserabel.

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