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Zwei tote Einsatzkräfte nach Fährunglück

Suche nach Opfern Zwei tote Einsatzkräfte nach Fährunglück

Ungereimtheiten bei den Passagierlisten. Vorwürfe der Passagiere. Wie viele Menschen waren Bord der Unglücksfähre „Norman Atlantic“? Die Suche nach möglichen Opfern geht weiter. Bisher konnten 17 Deutsche gerettet werden.

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Die italienische Marine teilte am Dienstag mit, dass die Suche nach möglichen Opfern weitergehe.

Quelle: dpa

Rom/Athen. Nach dem Schiffsunglück in der Adria wächst die Befürchtung, dass weitere Menschen ums Leben gekommen sind. Bestätigt sind bisher zwölf Tote. Darunter sind zwei albanische Einsatzkräfte, die am Dienstag beim Abschleppversuch der "Norman Atlantic" ums Leben kamen. Da es unterschiedliche Angaben zu der Passagierliste gab, wissen die Behörden nicht genau, wie viele Menschen an Bord waren.

Laut ursprünglicher Passagierliste waren es 478, gerettet wurden 427. Die griechische Anek Lines korrigierte die Zahl der Passagiere an Bord am Dienstag auf 475. Da unter den Geretteten auch blinde Passagiere waren, wurde befürchtet, dass mehr illegale Einwanderer an Bord waren. Die italienische Marine teilte am Dienstag mit, dass die Suche nach möglichen Opfern weitergehe. Auf der Passagierliste standen auch 18 Deutsche. Nach dem Fährunglück in der Adria konnten nach Angaben des Auswärtigen Amtes bislang 17 Deutsche gerettet werden. Bei zwei weiteren Fällen dauerten die Nachforschungen noch an, es gebe aber keine Hinweise auf deutsche Opfer.

Nach Angaben des griechischen Ministers für Handelsschifffahrt wurden auch Menschen gerettet, die nicht auf der ursprünglichen Passagierliste standen. Etwa 20 Unbekannte waren unter den Geretteten, die eine griechische Militärmaschine im italienischen Bari aufnehmen sollte, wie der griechische Minister für Handelsschifffahrt, Miltiadis Varvitsiotis, am Montagabend sagte. Das Schiffswrack wurde beschlagnahmt und sollte nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa in den albanischen Hafen Vlora geschleppt werden. An der Bergung ist auch die niederländische Firma Smit beteiligt, die schon bei der Bergung der "Costa Concordia" geholfen hatte.

Gegen den italienischen Kapitän Argilio Giacomazzi und den Eigentümer der italienischen Reederei Visemar, Carlo Visentini, leitete die Staatsanwaltschaft in Italien nach Angaben der Agentur Ansa Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung, Körperverletzung und Herbeiführens einer Havarie ein. Der italienische Kapitän hatte als letzter das Schiff verlassen, auf dem am Sonntagmorgen auf dem Weg von Patras nach Ancona ein Brand ausgebrochen war.

Aussagen von Geretteten legten nahe, dass auf den Autodecks schlafende Lkw-Fahrer ums Leben gekommen sein könnten. Eine Lkw-Fahrerin sagte gegenüber griechischen Medien: "Drei meiner Kollegen sind umgekommen." Die Trucker hätten in der Fahrerkabine geschlafen. Niemand hätte die Passagiere rechtzeitig alarmiert. Das Feuer war vermutlich im Autodeck ausgebrochen. Weitere Überlebende des Fährunglücks in der Adria wurden in italienischen Häfen erwartet. Die Ankunft des Marineschiffs "San Giorgio" mit etwa 180 Geretteten an Bord verzögere sich allerdings. Das Schiff sei immer noch in der Nähe der "Norman Atlantic", um bei der Suche nach Opfern zu helfen, teilte die Marine mit. Eigentlich war das Boot am Morgen in der süditalienischen Stadt Brindisi erwartet worden.

Ein weiteres Schiff mit 39 Geretteten sollte im Hafen von Manfredonia in der Region Apulien eintreffen. Ein geretteter Lkw-Fahrer klagte im griechischen Fernsehen, von der Besatzung sei keinerlei Hilfe gekommen. "Es gab keinen Feueralarm, der Rauch hat uns geweckt. Wir mussten Wasser vom Deck trinken und uns mit dem zudecken, was wir gerade finden konnten." Auch die Retter hätten sich nicht gekümmert. "Wir waren zwischen Feuer und Wasser, und niemand hat geholfen. Sie haben nicht eine Flasche Wasser oder eine Decke für die Kinder abgeworfen, und die waren zum Teil in Unterwäsche. Es war ein schwimmender Vulkan."

dpa

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