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Gabriel stellt Seehofer ein Ultimatum

Ausbau der Stromtrassen Gabriel stellt Seehofer ein Ultimatum

Die Bundesregierung erhöht beim Ausbau der Stromautobahnen den Druck auf Bayern. Die CSU soll sich laut Sigmar Gabriel im Januar für eine Stromtrasse entscheiden: Sonst „wird es bitter für die bayerische Wirtschaft“.

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Wie kommt künftig der Strom nach Bayern? In Grafenrheinfeld, hier auf unserem Bild, soll der sogenannte Südlink enden. Doch Horst Seehofer hat andere Pläne.

Quelle: dpa

Berlin. Das Land müsse sich noch im Januar entscheiden, welche der beiden Trassen von Norden nach Süden vorangetrieben werden soll, sagte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) der „Bild am Sonntag“. Sollte sich Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) weiter gegen die Pläne sperren, „dann wird es bitter für die bayerische Wirtschaft“, erklärte Gabriel. „Denn Strom in Bayern bleibt dann knapp (...) Und alles was knapp ist, wird teurer.“

Um Windstrom von der Küste nach Bayern zu transportieren, sind zwei Trassen in der Diskussion: Der sogenannte Südlink führt von Wilster bei Hamburg quer durch die Region Hannover bis ins bayerische Grafenrheinfeld; die Südost-Trasse soll von Sachsen-Anhalt nach Nordbayern verlaufen. Angesichts massiver Proteste betroffener Anwohner fordert Seehofer neue Verhandlungen mit den Beteiligten und stellt die Notwendigkeit neuer Höchstspannungsleitungen in seinem Bundesland inzwischen sogar generell in Frage.

Wegen der weiten Wege zu den Kohlerevieren und den Häfen an der Küste hatten Bayern und Baden-Württemberg bei der Stromversorgung stark auf Kernkraftwerke gesetzt. Durch den Ausstieg aus der Atomenergie stehen beide Länder mit ihren vielen Industriebetrieben vor einem Problem: Woher soll künftig der Strom kommen, wenn die letzten Meiler bis 2022 vom Netz gehen?

Theorie und Praxis klaffen aktuell weit auseinander

Die meisten Experten und auch die Bundesregierung weisen mit dem Finger auf der Landkarte nach Norden: An der Küste und auch durch Windparks auf dem offenen Meer werde dort deutlich mehr Strom produziert als nachgefragt. Diese Überschüsse sollen deshalb über neue Trassen nach Bayern fließen – Grafenrheinfeld gilt dabei als symbolischer Ort: Das dortige Atomkraftwerk wird in diesem Jahr stillgelegt.

Seehofer hat indes eine andere Alternative im Kopf: Bayern könnte sich auch weiter selbst versorgen – durch Gaskraftwerke. Doch Theorie und Praxis klaffen aktuell weit auseinander: Für die Energieversorger rechnen sich mit Gas betriebene Anlagen derzeit nicht. Insbesondere die modernen Kraftwerke produzieren im Vergleich zu abgeschriebenen Braunkohlemeilern und subventionierten Windkraft- und Solaranlagen ihren Strom zu teuer.

Seehofer dürfe deshalb nicht überziehen, sagte Gabriel. Noch seien alle Abnehmer in ganz Deutschland bereit, höhere Stromrechnungen zu tragen, um die Sicherheit der Versorgung in allen Regionen zu gewährleisten. „Auf Dauer werden die Unternehmen und die Verbraucher im Westen, Norden und Osten aber nicht akzeptieren, dass sie höhere Stromkosten nur deshalb zahlen, weil Bayern keine Stromleitungen haben will“, erklärte der Vize-Kanzler.

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