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44 Mitarbeiter gehen

Gelldorf / Bornemann 44 Mitarbeiter gehen

„ITT Bornemann streicht 60 Stellen“: Diese Nachricht hatte am 11. Juni 2014 bei dem Pumpenspezialisten wie eine Bombe eingeschlagen.

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Jüngste Großinvestition am Bornemann-Standort Gelldorf: Gero von der Wense (links) und Axel Weinert vor dem 850 000 Euro teuren Bearbeitungszentrum, das in 14 Tagen in Betrieb gehen soll. Es handelt sich um ein „Starrbrett Fräs- und Bohrcenter SL 6000“ der Firma Bimatec Soraluce, einem deutsch-spanischen Hersteller.

Quelle: tw

Von Thomas Wünsche

Gelldorf. Seit Mittwoch, 15. Oktober, ist die Zitterpartie der 520 „Bornemänner“ am Standort Gelldorf vorbei. Kurz nach 14 Uhr konnten Betriebsratschef Axel Weinert und Geschäftsführer Gero von der Wense der Belegschaft bei einer Betriebsversammlung verkünden: „Die Restrukturierungsphase ist abgeschlossen.“

Betroffen von dem Stellenabbau sind demnach nicht, wie zunächst befürchtet, bis zu 60, sondern „nur“ 44 Mitarbeiter. Was zwar immer noch schlimm ist, aber offenbar weit weniger schlimm als erwartet. „Mit vielen“, sagt von der Wense, „haben wir in Einzelgesprächen einen jeweils individuellen Interessenausgleich vereinbart.“ Der Rest geht in Folge der Fluktuation. „Auf betriebsbedingte Kündigungen“, freut sich Weinert, „können wir so komplett verzichten.“ Tränen, das wollen beide nicht verschweigen, habe es bei den 44 Betroffenen gleichwohl gegeben.

Die 44 sollen zwar aus allen Bornemann-Bereichen kommen, aber der Anteil der Mitarbeiter aus dem „indirekten“ (Angestellten-)Bereich soll mit 80 Prozent deutlich am größten sein; kaum getroffen habe es dagegen die Produktion.

Wie Geschäftsführer und Betriebsratschef im Gespräch mit dieser Zeitung versichern, hat auch die US-amerikanische Konzernmutter am Mittwoch „ja“ zu den Verhandlungsergebnissen gesagt; inzwischen soll die Tinte unter den Kontrakten trocken sein. Die besagten Personaleinsparungen sollen zwischen zwei und drei Millionen Euro pro Jahr ausmachen. Die Investitionsabsichten, von denen die größte und jüngste ein 850 000 Euro teures Bearbeitungszentrum ist, sind dagegen von der Restrukturierung nicht betroffen und sollen wie geplant umgesetzt werden.

Konkret hatte es für Bornemann drei Optionen gegeben, über die zum Teil viele Wochen verhandelt worden ist: erstens die Arbeitszeit flexibilisieren, also die Stundenzahl senken; zweitens Kurzarbeit; drittens Aufhebungsverträge. „Die ersten beiden Optionen hätten nicht die nötigen Einsparungen bewirkt“, sagt Weinert. Blieben die Aufhebungsverträge als letztes Mittel. Bei einem Teil der 44 Mitarbeiter, die Bornemann verlassen müssen, mache ITT davon Gebrauch. Der andere Teil scheide im Zuge der normalen Fluktuation aus; sei es, dass Mitarbeiter in Altersteilzeit oder Rente gehen, Zeitverträge nicht verlängert werden oder dass der eine oder andere selbst gekündigt hat.

„Für mich ist dieses Ergebnis bemerkenswert, weil ,typisch Bornemann‘“, betont von der Wense. „Es zeigt“, so der Geschäftsführer, „dass man mit diesem Unternehmen unkonventionelle Wege gehen kann.“

Denjenigen Mitarbeitern, mit denen Aufhebungsverträge geschlossen worden seien, habe Bornemann „überdurchschnittlich gute Angebote“ gemacht, versichert Weinert – und von der Wense ergänzt: „Wir haben nicht auf 100 Euro geguckt.“ Was wohl auch deswegen möglich wurde, weil der Konzern im Gegenzug nicht mit Klagen vor dem Arbeitsgericht Hameln rechnen muss. Einige der 44 hätten das Unternehmen bereits verlassen, der größere Rest werde es noch dieses Jahr tun.

Stichwort Auftragsauslastung: Wie der Geschäftsführer sagt, ist die Zeit des „enormen Auftragsrückgangs“ und der damit verbundenen ,„kritischen Unterauslastung“, wie sie zwischen Mai und Juli in fast allen Bereichen geherrscht habe, inzwischen vorbei – insbesondere auch im Service- und Ersatzteilgeschäft. Seit etwa drei Monaten sei die Auslastung in vielen Bornemann-Bereichen „sehr gut“. Von der Wense: „Der mit Abstand größte Auftrag ist von der italienischen Öl-Gesellschaft ,Eni‘ gekommen – 17,5 Millionen Euro.“

Darüber hinaus habe es nach einer längeren Zeit der Ebbe im Sommer zwei größere Systemaufträge aus Venezuela und aus Kasachstan gegeben; sie sollen noch dieses Jahr fakturiert und ausgeliefert werden. Zu den für den Pumpenspezialisten lebenswichtigen Projektgeschäften seien zahlreiche kleinere Bestellungen aus den Bereichen Marine, Foot und Exzenterschnecken gekommen. Dabei handelt es sich jedoch um Standardprodukte, bei denen die Gewinnmargen nicht so hoch sein sollen.

Die ab 1. März vorsorglich für die Dauer von sechs Monaten angemeldete Kurzarbeit ist bei Bornemann inzwischen kein Thema mehr; kurz gearbeitet wurde nur einen Monat. Für die Zukunft haben sich Geschäftsführung und Betriebsrat vorgenommen, verstärkt über die Flexibilisierung von Arbeitszeiten nachzudenken.

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