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Allein auf weiter Flur

Friedrichswald / "Conny - der kleine Landfriseur" Allein auf weiter Flur

Für viele Dinge müssen die Menschen auf dem Taubenberg extra in die Stadt fahren, nach Rinteln, Bösingfeld oder Hessisch Oldendorf. Die Zeiten, in denen jeder Ort noch über einen Tante-Emma-Laden und mehrere Handwerksbetriebe verfügte, sind bis auf Weiteres vorbei. Das gilt auch für Friseure, möchte man meinen. Aber in dem 119 Seelen zählenden Friedrichswald gibt es noch einen Friseursalon, unscheinbar Am Hang 7 gelegen, in dem sich viele Taubenberger die Haare schneiden lassen. Und zwar von Cornelia Schledzewski, auch bekannt als „Conny – der kleine Landfriseur“.

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Cornelia Schledzewskis Mutter Hannelore Dubbert aus Rinteln zählt zu ihren Stammkunden.

Quelle: pk

Von Philipp Killmann

Friedrichswald. In ihrer Kindheit lernte sie in dem alten, dunklen Schuppen hinter ihrem Elternhaus das Fürchten, erzählt sie. Heute ist es ihr Arbeitsplatz. Davon habe sie schon immer geträumt, sagt die Friedrichswälderin. Schon als Kind habe sie an ihren Puppen geübt und ihnen die Haare abgeschnitten. „Die wuchsen natürlich nicht mehr nach“, erzählt sie lachend. Doch bis ihr Traum wahr wurde, gingen einige Jahre ins Land. Nach der Schule machte sie in Almena eine Ausbildung zur Friseurin und arbeitete dort noch eine Zeit lang als Gesellin, bevor es sie für ein paar Jahre ins norddeutsche Stade zog.

1989 zurück in Friedrichswald besuchte sie in Bielefeld die Meisterschule, wo sie 1990 ihre Meisterprüfung ablegte. Ein Jahr später machte sie sich selbstständig: als mobiler Friseur. „Damals war ich noch der einzige mobile Friseur, Kinder hatte ich auch noch nicht und so bin ich vier Jahre lang durch die Lande gefahren“, erzählt Schledzewski. „Das war eine schöne Zeit. Ich fahre gerne Auto, bin viel über Land gefahren und habe durch die Hausbesuche viele Menschen kennengelernt.“ Auch durchaus junge Leute, betont sie, junge Mütter, die der Kinder wegen nicht so mobil seien. Einen Umkreis von etwa 15 Kilometer habe sie damals abgedeckt, die Schwerpunkte hätten auf Rinteln und Bösingfeld gelegen. Als sie 1994 heiratete und Kinder bekam, hängte sie das Friseurhandwerk zunächst für zwölf Jahre an den Nagel. Nach der Trennung von ihrem Mann fasste sie den Entschluss, einen eigenen Salon zu eröffnen, und zwar genau hinter ihrem Eltern- und Geburtshaus, wo sie auch heute mit ihrem Lebensgefährten lebt.

Auf diese Weise könne sie Arbeit und die Betreuung ihrer Kinder unter einen Hut bringen. „Es war mir immer wichtig, mit meinen Kindern gemeinsam zu essen und mit ihnen die Hausaufgaben zu machen.“ Innerhalb eines Jahres wurde aus dem dunklen Schuppen ein Friseursalon mit ganz viel Licht und einem Effekt, der so wohl nur auf dem Taubenberg möglich ist. Durch den Spiegel können die Kunden rückwärts an sich vorbei in die Berge schauen. „Das ist ja wie im Schwarzwald hier, sagen mir viele“, erzählt sie. Nur das schöne steinerne Gemäuer hinter den Spiegeln erinnert noch an den Schuppen. „Ich bin gerne auf dem Land. Und weil mein Salon klein ist, kam ich auf ,Der kleine Landfriseur“, erklärt Cornelia „Conny“ Schledzewski.

Die meisten ihrer Kunden sind Stammkunden, Männer wie Frauen, fast ganz Friedrichswald sei bei ihr Kunde. Manche kämen auch aus Bad Oeynhausen, Hameln oder Minden. „Aber das sind meistens Bekannte, die ich aus meinen zwei Tanzgruppen kenne“, erläutert die leidenschaftliche Tänzerin von Rock‘n‘Roll und „Line-Dance“. Manche älteren Frauen, denen der Weg zu weit oder die Straße zu steil ist, hole sie auch von zu Hause ab. Laufkundschaft hat sie indes so gut wie gar nicht, „das ist der Nachteil hier oben“. Schledzewski verfügt zwar über drei Arbeitsplätze. Einen Mitarbeiter einzustellen, könne sie sich jedoch nicht leisten. Werbung mache sie kaum, überwiegend „durch Weitersagen“.

Wichtig ist ihr der „Wohlfühlfaktor“. Viele Kunden kämen auch zwischendurch einfach mal auf einen Kaffee vorbei, „und im Sommer sitzen wir oft draußen, die Kundinnen mit Farbe oder Lockenwickler auf dem Kopf – aber hier sieht sie ja auch keiner“, sagt sie augenzwinkernd. „ Es ist alles sehr familiär. Das mag ich.“ Was sie im Unterschied zu anderen Friseuren nicht im Angebot hat, ist Schminken. „Auf Wunsch mache ich aber auch Hausbesuche und schminke die Braut oder Konfirmanden“, merkt sie an.

Hinweis: „Conny – der kleine Landfriseur“ hat Montag bis Freitag von 8 bis 13 Uhr und Dienstag und Donnerstag von 15 bis 19.30 Uhr geöffnet, Telefon (05754) 384 oder (0152) 23720840.

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