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Apfelernte wird automatisiert

Rinteln Apfelernte wird automatisiert

Äpfel schütteln im Akkord: In einem der größten Obstanbaugebiete Deutschlands holen Erntemaschinen die Äpfel von den Bäumen. 25 000 Tonnen Obst wandern von der Plantage direkt in die Mostpressen. Allerdings ist es ein hartes Geschäft für die Apfelbauern. Die Preise sind im Keller – auch wegen des russischen Importverbots.

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Die Safttanks im neuen 15 Millionen Euro teuren Verarbeitungswerk mit vier automatischen Pressen beim Safthersteller Riha Wesergold in Dodow sind riesig. Die Verarbeitungskapazität wurde von früher 400 auf jetzt 650 Tonnen Obst pro Tag erweitert – dank halbautomatischer Erntemaschinen.

Quelle: dpa

Rinteln. Tau liegt auf Wiesen und Blättern, die Sonne dringt langsam durch den Morgennebel. In der Region um Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern hat die Apfelernte begonnen. Doch nicht romantisch mit Korb und Leiter rücken die Erntehelfer den Früchten zu Leibe. Rüttelmaschinen, gezogen von Traktoren, fahren die Reihen ab. Alle paar Minuten schütteln die Greifer ein Bäumchen durch. Tausende Äpfel prasseln auf Planen, Förderbänder bringen sie in Anhänger, die schließlich aus der Plantage gezogen und umgehend zum neuen Werk des zur Riha Wesergold Getränke GmbH in Rinteln gehörenden Saftproduzenten in Dodow transportiert werden. „Innerhalb weniger Stunden landet jeder Apfel in der Presse“, betont Michael Paul, Leiter des betriebseigenen Mostobstanbaus im nahen Schwechow. „Menge und Qualität der Ernte von 560 Hektar Ertragsflächen könnten in diesem Jahr Spitzenwerte erreichen“, sagt er. 25000 Tonnen – davon zehn Prozent Bio-Äpfel – sollen die Plantagen abwerfen und damit das Gros der gesamten Landesernte Mecklenburg-Vorpommerns von insgesamt 32000 Tonnen. Angesichts des mit Äpfeln überfüllten europäischen Marktes und des russischen Importverbots seien die Preise aber im Keller und lägen für die Obstbauern bei nur noch sechs Cent je Kilogramm, schränkt Paul ein.

 Agrarminister Till Backhaus (SPD) hatte bereits vorige Woche die Verbraucher ermahnt, ihren Landwirten unter die Arme zu greifen und wieder mehr heimische Äpfel zu essen. In der sogenannten Griesen Gegend Südwestmecklenburgs dauert die Saison von September bis Ende November. In einem der größten deutschen Apfelanbaugebiete kommen seit dem Jahr 2001 Maschinen für das Einholen der Mostäpfel zum Einsatz. Die „stählernen Erntehelfer“ wurden extra für den ostdeutschen Standort konstruiert. Jeder der drei Automaten schüttelt pro Tag 1500 bis 2000 Bäume leer. Da bleibe kein Apfel hängen, betont Paul. Den Rüttlern folgen Handarbeiter. Polnische Saisonarbeiter heben alle verschütteten Früchte auf. Pro Tag gehen bis zu 400 Tonnen Obst, 15 Lkw-Ladungen, direkt in die Verarbeitung. Anbau, Verarbeitung, Abfüllung sei bei dem Großunternehmen in einer Hand. „Frischer und effektiver geht’s nicht“, meint Geschäftsführer Frank Jehring. Um der jährlich wachsenden Apfelflut Herr zu werden, hat der ostdeutsche Saftriese nun kräftig investiert. In den letzten zwölf Monaten flossen 15 Millionen Euro in ein komplett neues Werk mit nun vier statt vormals zwei automatischen Saftpressen. Allein die Technik kostete acht Millionen Euro. Die Verarbeitungskapazität wurde von früher 400 auf jetzt mindestens 650 Tonnen Obst pro Tag erweitert, sagt Jehring. 487 feste Mitarbeiter zählt das Unternehmen in Dodow und Schwechow. In dem gerade eingefahrenen Neubau könnten biologisch und konventionell erzeugte Früchte nunmehr erstmals parallel vermostet werden, erklärt Jehring. Im Herbst liefen die vollautomatisch gesteuerten Pressen rund um die Uhr. Jede könne stündlich bis zu zehn Tonnen Obst verarbeiten. Insgesamt sollen pro Jahr 50000 Tonnen Äpfel zu Saft gepresst werden, darunter auch zugekaufte süßere Früchte aus Süddeutschland und Obst aus dem Alten Land. Um den Absatz von Säften, Nektaren und Schorlen macht sich der Geschäftsführer – trotz Apfelschwemme in diesem Jahr – keine Sorgen. Rund ein Viertel der Dodower Produkte gehen in den Export. Hauptabnehmer im Ausland sind Skandinavien sowie die Niederlande und osteuropäische Staaten. Der Saftkonsum in Deutschland sei derzeit leicht rückläufig, räumt Jehring ein. Laut Landwirtschaftsministerium verzehrt im Schnitt jeder Deutsche pro Jahr 16,8 Kilogramm Äpfel – und dazu auch noch 8,5 Liter Apfelsaft.

 Äpfel schütteln im Akkord: In einem der größten Obstanbaugebiete Deutschlands holen Erntemaschinen die Äpfel von den Bäumen. 25000 Tonnen Obst wandern von der Plantage direkt in die Mostpressen. Allerdings ist es ein hartes Geschäft für die Apfelbauern. Die Preise sind im Keller – auch wegen des russischen Importverbots.

 Von Grit Büttner

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