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Cemag-Gläubiger verlieren Geduld mit Staatsanwaltschaft

Hameln / Ermittlungen Cemag-Gläubiger verlieren Geduld mit Staatsanwaltschaft

Hamelner Mittelständler, die noch Geld von der pleitegegangenen Unternehmensgruppe Cemag bekommen, erhöhen den Druck auf die Staatsanwälte, ihre Ermittlungen im Cemag-Fall zu Ende zu führen.

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Quelle: Wal

Hameln. Weil die Staatsanwaltschaft Hannover genau dies ihrer Meinung nach nicht tut, hat sich die Interessengemeinschaft Hamelner Cemag-Gläubiger nun mit einer Beschwerde an die nächsthöhere Instanz gewandt – an die Generalstaatsanwaltschaft Celle. Die Ermittlungen gegen die Cemag laufen unter dem Aktenzeichen 5322Js78976-09. Die beiden letzten Ziffern (für das Jahr 2009) verraten, dass die Insolvenz der Cemag inzwischen mehr als viereinhalb Jahre zurück liegt.

 Warum dauern die Ermittlungen so lange? Michael Eisenhauer von der Staatsanwaltschaft Hannover begründet dies „mit dem großen Aufwand, den Ermittlungen im Ausland nun einmal auslösen“. Zudem lägen die Akten derzeit bei einem Wirtschaftsprüfer, der in dieser hochkomplexen Angelegenheit ein Gutachten erstelle. Die Hamelner Interessengemeinschaft der Cemag-Gläubiger will diese Argumentation nicht akzeptieren. Hans-Jürgen Herwig, Sprecher der geschädigten Geschäftsleute, hat deshalb bereits am 5. August einen kritischen Brief an die Generalstaatsanwaltschaft in Celle geschickt.

 Das Schreiben enthielt eine Untätigkeits-Beschwerde gegen die Staatsanwaltschaft Hannover und forderte die Generalstaatsanwaltschaft auf, ein sogenanntes Klageerzwingungsverfahren einzuleiten. „Mir ist kein vergleichbarer Fall bekannt, bei dem sich Ermittlungen so lange hinziehen“, schimpft Hans-Jürgen Herwig.

 Mit der Forderung nach einem Klageerzwingungsverfahren könnte die Interessengemeinschaft allerdings ein Luftloch geschlossen haben: Derartige Verfahren dienen dazu, dass Betroffene gegen die Entscheidung einer Staatsanwaltschaft vorgehen können, keine Klage zu erheben. Aber wie gesagt: Die Staatsanwaltschaft Hannover hat noch gar keine Entscheidung getroffen. Auf Nachfrage teilt die Pressestelle der Generalstaatsanwaltschaft Celle mit, dass sie sich mit dem Brief der Interessengemeinschaft befasst und eine Entscheidung getroffen habe. Über den Inhalt könne man jedoch nichts sagen, weil der Bescheid offensichtlich noch nicht beim Adressaten, der Interessengemeinschaft, angekommen sei.

 Der spektakuläre Aufstieg und der ebensolche Fall der Cemag-Gruppe hatten in Hameln und darüber hinaus für Aufsehen gesorgt, zumal das Unternehmen mit den Brüdern Ali Memari und Akbar Fard von schillernden Figuren aufgebaut worden war. Zeitweise galt die Cemag niedersachsenweit als Vorzeige-Firma, hofiert von der Landesregierung. Nach der Pleite rügte der Landesrechnungshof die freizügige Vergabe von Fördergeld durch die Regierung. Die Gläubiger machen noch Forderungen in Höhe von mehr als zehn Millionen Euro gegen die Cemag geltend. r

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