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„Das ist doch ein total falscher Ansatz“

Hameln/Schaumburg „Das ist doch ein total falscher Ansatz“

Manchmal ist es am Mittwoch während einer Veranstaltung des Netzbetreibers Tennet zu der geplanten Stromtrasse Suedlink an den Tischen im Alten Hallenbad in Hameln richtig hitzig geworden: und zwar immer dann, wenn sich Bürger aus den von der Trasse tangierten Orten mit den ausgelegten Plänen beschäftigten und die Tennet-Mitarbeiter versuchten, ihnen Rede und Antwort zu stehen. Es war die zentrale Infoveranstaltung für die Landkreise Hameln-Pyrmont und Schaumburg.

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Quelle: wal

Von Wolfhard F. Truchseß

Hameln/Schaumburg. „Ich verstehe diese ganze Planung nicht“, kritisiert beispielsweise Zuhörer Dieter Hartmann. „Ich bin ja ein friedfertiger Mensch. Aber gegen diese Planung gibt es garantiert Widerstand. Was soll diese Bündelung?“, fragt Hartmann. „Reicht es denn nicht, dass wir schon direkt nebenan eine 380-KV-Leitung haben? Jetzt kann ich nur noch auf Seehofer hoffen.“

 Nach der Vorstellung der von Tennet bevorzugten Stromtrasse „Mitte-West“ – mit einem Westschwenk südlich von Hannover mitten durchs Weserbergland – hatte es eine erste Runde an Infoveranstaltungen gegeben. „Wir wollten den Dialog mit den Bürgern“, betont Tennet-Pressesprecherin Katrin Krämer. „Und wir haben seitdem rund 3000 Hinweise und Alternativvorschläge von Bürgern oder auch Gemeinden erhalten, aus denen wir 98 Alternativtrassen entwickelt haben, die zum Teil hier auf den Tischen ausgelegt sind.“ Wie etwa die erst vor zwei Wochen ins Gespräch gebrachte Alternativtrasse 106 durch den Osterwald, um eine Überquerung des Ith-Kammes zu vermeiden.

 Auf Verständnis stößt dieses Verfahren bei Coppenbrügges Bürgermeister Hans-Ulrich Peschka nicht: „Man macht die Menschen in der Region total verrückt.“ Dass eine Tennet-Mitarbeiterin einwendet, man habe die Dinge noch nicht im Detail geprüft, lassen Peschka und seine Mitstreiter nicht gelten: „Bevor Sie planen, müssen Sie doch erst mal ins Detail gehen. Das ist doch ein total falscher Ansatz.“

 Für die rund 300 interessierten Bürger, darunter viele Bürgermeister und Kommunalpolitiker, die ins Alte Hallenbad gekommen sind, ist die Veranstaltung die vorerst letzte Gelegenheit, noch mal Stellung zu der geplanten Trasse und den Alternativen zu nehmen, denn bereits an diesem Freitag will Tennet seinen Antrag für die Bundesfachplanung der Trassenführung bei der Bundesnetzagentur einreichen. „Auf 3000 Seiten stellen wir dabei die von uns entwickelten vier Varianten – Ost, Mitte, Mitte-West und West – sowie die 98 Alternativvorschläge aus der Bürgerschaft dar“, erläutert Tennet-Sprecherin Krämer. „Dass wir die Trasse Mitte-West als Vorzugstrasse bewerten, liegt an den uns vom Gesetzgeber vorgegebenen Bewertungskriterien. Ob wir richtig liegen, wird die Netzagentur entscheiden.“ Erst dann würden die genaue Prüfung durch Tennet und das Genehmigungsverfahren beginnen. Krämer: „Derzeit blickt Tennet sozusagen aus großer Höhe auf die Region und kann Details in diesem Planungsstand noch nicht berücksichtigen.“

 Elmar Günzel, Erster Gemeinderat in Emmerthal, hatte sich eine ganz andere Veranstaltung erwartet, „umfassende Informationen vor allem über den Gesamtverlauf, nicht nur Detailausschnitte“. Nach wie vor sei für ihn der Westschwenk nicht nachvollziehbar. „Wir stellen den Westschwenk grundsätzlich infrage.“ Und Landrat Tjark Bartels kommentiert: „Echte Beteiligung findet auch hier nicht statt. Was hier passiert, ist eine Beteiligungsfarce, eine reine Nullnummer, wirklich enttäuschend.“ Deshalb werde es am 20. Oktober auch ein Gespräch zahlreicher Landräte und Fachleute im Bundeswirtschaftsministerium in Berlin geben.

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