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Der Leisesauger

Unternehmensziel: Nachhaltigkeit Der Leisesauger

„Es ist das anspruchsvollste und umfangreichste Projekt, das Melitta Europa in den letzten zehn Jahren durchgeführt hat“, sagt Jan van Riet, Melitta-Geschäftsführer im Bereich Haushaltsprodukte, mit deutlichem Stolz.

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Landrat Ralf Niermann, Mindens Vize-Bürgermeisterin Ulrieke Schulze und Jan Van Riet nehmen die neue Absauganlage in Betrieb.

Quelle: Alex Lehn

Minden. Die neue Absauganlage für die Papierverarbeitung - rund acht Millionen Euro hat sie gekostet - ist für ihn ein großer Schritt hin zum Unternehmensziel Nachhaltigkeit. Dieses definiert er als „Streben nach dem bestmöglichen Ausgleich zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Interessen“.

 Filtertüten sind für Melitta der größte Umsatzbereich, liegen deutlich vor Staubsaugerbeuteln, Kaffeeautomaten und Müllbeuteln, so van Riet. Doch bei der Produktion entsteht wegen der konischen Form der Tüten viel Abfall, etwa Papierreste und Papierstaub. Schnittreste werden wieder verwertet und in die Produktion zurückgeführt, Papierstaub wird gefiltert.

 Bisher gab es dafür eine zentrale Anlage. Bis zu 300 000 Kubikmeter Luft transportierte die in der Stunde. „Wenn man in die Produktionshalle kam, merkte man oft deutlich den Zug“, schildert Michael Weber, Leiter der Produktion Minden. Mit der neuen Absaugmaschine sind es nur noch 70 000 Kubikmeter.

 Weiteres Problem: Die Anlage saugte, unabhängig davon, wie viele der 42 Walzenrotationsmaschinen liefen, an denen die Filtertüten produziert werden. Die Lösung: Eine Anlage, die an jeder Maschine direkt den Abfall aufnimmt, die differenziert zu steuern ist, Einzel- und Zentralabsaugung kombiniert, zudem Energieverbrauch und CO2-Ausstoß senkt. Gestern konnte diese neue Technik nach dreijähriger Vorbereitungszeit in Betrieb genommen werden.

 Elf Monate wurde an ihr im laufenden Betrieb gearbeitet. Auch das macht van Riet stolz, denn die Produktion der rund 50 000 Filtertüten täglich musste nicht unterbrochen werden. Die Filteranlage ist eine Eigenentwicklung: Hier arbeitete Melitta mit dem Anlagenbauer Krämer zusammen.

 Neben den ökonomischen und ökologischen Vorteilen ist nun mehr Flexibilität bei der Produktion möglich. An jeder der 42 Produktionsstationen kann jetzt jede Papiersorte laufen. Denn bei der Wiederverwertung muss Sortenreinheit garantiert sein - weißes und braunes Filterpapier sollten nicht gemischt werden.

 Und weil das alles aus seiner Sicht umweltschonend und wegweisend ist, förderte das Bundesumweltministerium das Mindener Großprojekt mit rund 1,3 Millionen Euro. Aus diesem Innovationstopf werden nur Projekte unterstützt, bei denen es sich um eine erstmalige, großtechnische Anwendung einer innovativen Technologie handelt. Zudem soll sie Demonstrationscharakter für andere Unternehmen besitzen, betont Melitta.

 Die weltweit einmalige Anlage soll künftig die CO2-Emissionen um rund 1200 Tonnen - rund 60 Prozent - reduzieren. Auch der Lärm außerhalb des Gebäudes soll deutlich gesenkt werden. Und auch eine soziale Komponente sieht van Riet: Die Staubbelastung, die derzeit schon die Vorgaben der Technischen Anleitung Luft für bestehende Anlagen unterschreite, könne weiter reduziert und das Raumklima am Arbeitsplatz dadurch deutlich verbessert werden.

 Zu den strategischen Unternehmenszielen bis 2024 gehört es, Energieverbrauch und CO2-Emissionen um 30 Prozent zu senken - bis dato wurden 15 Prozent erreicht. Der Wasserverbrauch soll um 50 Prozent verringert werden, geschafft sind davon schon 40 Prozent.

Von Monika Jäger

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