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Des einen Freud – des anderen Leid

Unternehmen und der schwache Euro Des einen Freud – des anderen Leid

Der Export ist einer der treibenden Faktoren der Konjunktur. Manche Branchen werden derzeit vom schwachen Euro-Kurs beflügelt. Gestern war ein Euro nur noch rund 1,14 US-Dollar wert.

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Die Richtung in der Region stimmt

Rinteln. Vor sechs Monaten lag der Kurs noch bei mehr als 1,35 US-Dollar. Das bedeutet, dass die Waren, die Betriebe aus der Region aus der Eurozone heraus exportieren, deutlich billiger gegenüber der internationalen Konkurrenz sind. Der derzeitige Wechselkurs bringt auch mit sich, dass Unternehmen wie Wesergold für Überseefrüchte wesentlich mehr Geld auf den Tisch legen müssen als bisher, erklärt Thomas Mertens, Leiter Materialwirtschaft und Einkauf des Getränkeherstellers.

 „Wir sind stark betroffen“, sagt er. „Sie erwischen mich auch gerade auf dem Weg nach Spanien, wo ich Zitrussäfte einkaufen werde.“ Denn der schwache Euro, der verteuere zwar die von Wesergold importierten Überseefrüchte wie Ananas, Papaya oder Orangensaftkonzentrate. „Wir können eben in Deutschland keine tropischen Früchte anbauen.“ Aber das Euro-Land Spanien werde durch die Entwicklung deutlich attraktiver.

 Unterm Strich bedeute der schwache Euro für den Endkunden auch höhere Preise. Und ob diese dann dem Saft die Treue halten, zumal der Saftmarkt doch generell rückläufig ist? „Wir hoffen auf die Loyalität unserer Kunden“, sagt Mertens. Eines schließt er aber aus: „Wir spekulieren nicht“, sagt er mit Blick auf den Wechselkurs.

 Auch beim Gehäuse-Hersteller Rolec beobachtet man die Euro-Entwicklung aufmerksam: „Noch profitieren wir nicht“, sagt Geschäftsführer Matthias Rose. „Wir haben langfristig Verträge, momentan profitieren eher unsere Partner.“ 50 Prozent der produzierten Waren exportiere man. Daher könne ein langfristig schwacher Euro natürlich helfen. „Was uns mehr Sorgen macht“, führt Rose aus, „das ist der Rubel.“ Die Vertriebspartner von Rolec vor Ort hätten enorme Schwierigkeiten, ihre Waren abzusetzen. Weniger als fünf Prozent des Geschäfts von Rolec machen die Russlandexporte aus.

 Auch im eigenen Unternehmen mache sich das schon bemerkbar: „Wir hatten vor, einen Mitarbeiter in Russland einzustellen“, verrät Rose. „Davon haben wir jetzt Abstand genommen.“ Positiv ist dagegen die momentane Entwicklung in Rinteln: Zu den derzeit 106 Mitarbeitern werden einige hinzukommen, „im einstelligen Bereich“.

 Wenig Einfluss hat der Eurowechselkurs dagegen auf die ebenfalls exportorientierten Gebrauchtmischerexperten der IBF Engelhardt GmbH in Deckbergen. „Die Entwicklung ist positiv“, sagt Peter Engelhardt, „aber es ist nicht so, dass die Aufträge nur so auf uns hereinprasseln.“ Deutlich angezogen habe dagegen die Nachfrage aus Deutschland: „Es wird weniger neu und mehr gebraucht gekauft“, sagt Engelhardt. „Wenn jetzt die Aufträge in Deutschland kommen, dann müssen wir wahrscheinlich unser Personal verstärken.“

 Trotz mehrmaliger Nachfrage wollte Thorsten Deidert vom ebenfalls exportorientierten Form-Schaumstoffhersteller Polyform nichts über die Auswirkungen auf das Geschäft sagen. Rintelns zweitgrößtes Unternehmen und Groß-Exporteur Stüken konnte bis Redaktionsschluss nicht erreicht werden, da beide Geschäftsführer sich im Ausland aufhalten. Das Unternehmen betreibt sowohl in China als auch in den USA jeweils ein Werk. Sie ist also von Kursschwankungen direkt betroffen. jak

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