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Die Brötchenfrage

Wann darf man von Backen sprechen? Die Brötchenfrage

Darf ein Disocunter das Backen nennen, wenn die Mitarbeiter fertige Teiglinge in einen Automaten schieben? Eine Frage, die derzeit nicht nur das Duisburger Landgericht beschäftigt, sondern auch hiesige Bäcker.

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Wer frische Brötchen möchte, sollte nicht zum Discounter gehen. Sagen zumindest die hiesigen Bäcker

Quelle: dpa

Landkreis. Zum Beispiel die Mitarbeiter der Bäckerei Lohmann in Stadthagen, wo Kunden 30 Cent für ein normales Brötchen zahlen. „Anders geht es auch gar nicht“, sagt Klaus Lohmeier. Der Senior-Chef ist der Meinung, dass Backwaren von Discountern „die Qualität von einem Handwerksbetrieb nie erreichen werden“. Das Aufbacken von Teiglingen habe mittlerweile „unheimliche Formen angenommen“.
In vielen Betrieben seien vorgebackene Teiglinge aus China keine Seltenheit. „Das muss man sich mal vorstellen“, ärgert sich Lohmeier. „Hier müssen auf den Feldern strenge Regeln eingehalten werden, und dann werden mit Giftstoffen vollgepumpte Teiglinge importiert.“
Michael Wagner, Geschäftsführer der gleichnamigen Bäckerei in Stadthagen, kennt solche Methoden. „Viele Teiglinge kommen aus Holland, Polen oder Rumänien“, erklärt er. Der Verbraucher müsse verstehen, dass das „kein normaler Brötchenteig sein“ könne. „Das hat mit Handwerk nichts zu tun“, ist sich auch Wagner sicher. Damit die Backmaterialien den oftmals langen Transport zu den Discountern überstehen, seien nicht selten viel Chemie und Zusatzstoffe im Spiel.
Aufgrund der Produktionsbedingungen können diese Brötchen auch für wenig Geld an den Mann gebracht werden. „Durch die großen Mengen haben die ganz andere Betriebskosten, da können wir nicht mithalten“, so Wagner, dessen Brötchen ebenfalls für 30 Cent über die Ladentheke gehen.
Auch für den 27-jährigen Bäckermeister Dominik Scholz aus Deckbergen zumindest ist klar: Aufbacken in Automaten hat mit dem klassischen Handwerk eines Bäckers nichts mehr zu tun. In der Landbäckerei Scholz würden „nach alter Handwerkssitte“ Brot, Brötchen, Kuchen und andere Backwaren hergestellt. Das sei aufwendiger, brauche mehr Zeit und Fachpersonal, sagt Scholz: „Wenn sie Gleiches mit Gleichem vergleichen, entscheidet der Kunde über den Preis. Das tun wir nicht. Wir vergleichen unser Brot, unsere Brötchen nicht mit den Backwaren der Discounter und Tankstellen. Was wir herstellen, ist ein anderes Produkt.“
Handwerkliche Qualität habe ihren Preis: 13 Cent muss man bei den Discountern für das Weizenbrötchen hinlegen. Bei Scholz kosten Brötchen je nach Sorte und Größe zwischen 30 und 80 Cent. Doch für den im Vergleich zu den Discountern höheren Preis hielten die Backwaren der Bäcker wesentlich länger, ganz abgesehen vom Qualitätsunterschied. „Industriebrot ist am ersten Tag frisch, am zweiten Tag nicht mehr“, stellt Scholz aus Deckbergen klar.

Von Jan Schaumburg und Hans Weimann

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