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Die Lager füllen sich

Maisernte Die Lager füllen sich

Nun rollen sie wieder: Riesige Traktoren ziehen Anhänger mit bis zu 20 Tonnen Mais von den Feldern zu den Lagermieten für die Biogasanlagen. Rintelns Landwirt Steffen Eckel hat allein einen Häcksler und sechs Transportwagen angemietet, um bei dem noch halbwegs trockenen Frühherbstwetter die Lager wieder aufzufüllen.

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Zwei Traktoren verdichten den Mais auf der Miete bei Bauer Eckel, vom Anhänger eines dritten Traktors rutscht bereits Nachschub für die Biogasanlage (hinten) an den Rand.

Quelle: tol

Rinteln. Die Biogasanlage braucht ständig Nachschub, und der Vorrat war schon arg geschrumpft. Dafür ist diesmal der Ertrag besser als im Vorjahr. „Von 40 auf 60 Tonnen pro Hektar gestiegen“, stellt Eckel zufrieden fest. Bei den 150 Hektar, die er mit der Energiepflanze bestellt hat, kommt da schon einiges zusammen.

 Derzeit lässt Eckel in Fülme Mais häckseln und abfahren. Treffen die Transporte auf seinem Hofgelände ein, lassen sie die Ladung am Rand der riesigen Miete vor den drei Fermenterkuppeln zu Boden rutschen. Zwei bis drei Traktoren schieben den Nachschub dann gleichmäßig über die Lagerfläche und verdichten ihn durch Darüberfahren. Der Berg wächst. Ist alles eingefahren, kommt eine luftdichte Schutzfolie oben drauf und dann noch ein Netz, um Vogelfraß zu verhindern. Danach hat die Biogasanlage wieder Futter für ein Jahr. Erzeugter Strom geht ins Netz, die anfallende Wärme wird zum Beispiel zur Beheizung an die nahen Berufsbildenden Schulen Rinteln abgegeben.

 Voll bei der Ernte ist auch Hinrich Strüve (Krankenhagen), der zusammen mit dem Hof Tegtmeier aus Möllenbeck eine Biogasanlage im Industriegebiet Süd betreibt. Strüve: „Bis letzten Dienstag hatten wir ein Silo mit frühen Sorten vollgemacht, dann für unsere 100 Milchkühe weiter Mais gehäckselt. Die späten Sorten mussten noch reifen, aber zunächst bekamen wir keinen Häcksler. Seit Mittwoch sind wir wieder dabei und haben einen lohnunternehmer mit einem Häcksler und vier Transportern im Einsatz. Unsere beiden Höfe übernehmen nur das Abfegen der ersten 30 Meter Straße, damit die Fahrbahnverschmutzungen minimiert sind. Wir sind sehr bestrebt, möglichst wenig Mais zu verlieren, auch um die Akzeptanz in der Bevölkerung für die zwei bis drei Wochen Ernte hochzuhalten.“

 Die Höfe Strüve und Tegtmeier lassen 280 Hektar abernten. 50 Prozent davon sind Zukäufe. Sie freuen sich, dass nach dem schlechten Jahr 2013 diesmal wieder eine gute Ausbeute winkt. „Wir hatten auch nur noch für ein bis zwei Monate Vorrat“, sagt Strüve erleichtert. Zurzeit bekommt er von etlichen Höfen Überschussmengen angeboten, die er zu einem günstigeren Preis annimmt als die von den Landwirten, mit denen schon vor einem Jahr die Preise und Mengen ausgehandelt wurden.

 Ein drittes Blockheizkraftwerk schraubte die Leistung der Anlage jüngst von 850 auf 1250 Kilowatt. Der Strom geht ins Netz der Stadtwerke, die Wärme an Firmen wie Stüken, Polyform und die Lackiererei Sasse. „Im Sommer haben wir Wärmeüberschüsse, die ungenutzt verpuffen“, sagt Strüve. Und der Betrieb der Biogasanlage erfordere mehr Arbeit als einst gedacht.

 Die Einspeisevergütung sei für 20 Jahre gleich, sinke aber für Neueinsteiger, so Strüve. Deshalb würden kaum noch Biogasanlagen gebaut. Und der Gesetzgeber fordere flexiblere Einspeisung, je nach Bedarf. Strüve: „Wir können das, bereiten uns technisch darauf vor, dass ein Stromhändler unsere Energie im günstigsten Moment liefert und verkauft sowie die Anlage aus der Ferne entsprechend steuern kann. Das heißt übers Jahr: Wir erbringen die gleiche Leistung, bekommen aber mehr Geld.“dil, tol

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