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Die große Krise ist überstanden

Wirtschaft Die große Krise ist überstanden

Große Unternehmen machen große Schlagzeilen. Der weltweit agierende Pumpenhersteller Bornemann in Obernkirchen wird verkauft, die traditionsreiche Mühle in Hameln geschlossen. Doch die Wirtschaft im Weserbergland ist vor allem geprägt von den kleineren Unternehmen. Wie sieht deren Prognose für 2013 aus?

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Es ist immer wieder von den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen für die Unternehmen die Rede. Vor allem Steuerfragen, Rohstoffe und Infrastruktur sind die für Firmenchefs wichtigen Themen.

Quelle: pr.

Von Thomas Thimm

Die Auswirkungen der im September 2008 durch die Pleite der US-amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers ausgelösten globalen Wirtschaftskrise sind offenbar überstanden: Das ist das zentrale Ergebnis der Herbstumfrage des Regio Wirtschaftsbarometers (RWB) für das Weserbergland.

Durchgeführt hat die Befragung die TransForma Syndikat GmbH in Hameln zusammen mit dem Arbeitgeberverband der Unternehmen im Weserbergland (AdU). Seit 2007 wird die Erhebung regelmäßig durchgeführt. Für das RWB sind 158 Unternehmen mit insgesamt 16000 Arbeitsplätzen in den Landkreisen Hameln-Pyrmont, Holzminden und Schaumburg befragt worden. Aktuell glaubt die Hälfte der befragten Unternehmen, im kommenden Jahr wachsen zu können und blickt entsprechend positiv in die Zukunft. AdU-Geschäftsführer Dieter Mefus formuliert das Fazit so: „Es ist ein gutes Geschäftsjahr, und die Aussichten für 2013 sind ebenfalls gut. Das Jahr 2011 war das große Aufholjahr nach der Krise, jetzt haben wir in den Betrieben auch in den absoluten Zahlen wieder das Vorkrisen-Niveau erreicht.“ Für das kommende Jahr setzt die Hälfte der Unternehmen auf Wachstum – das ist der höchste Wert seit 2007. Mefus: „Das Zutrauen in die eigene Stärke ist in den Betrieben wieder deutlich gewachsen, weil die Unternehmer es verstanden haben, die Krise zu meistern und zu überstehen. Die große Unsicherheit in der Krise ist jetzt umgeschlagen in große Zuversicht.“ Der Geschäftsführer der TransForma Syndikat (TFSG), Thomas Mahrenholtz, stützt diese Aussage mit Vergleichszahlen: „Im Herbst 2009 haben 54 Prozent der Unternehmen negativ in die Zukunft geschaut, im Herbst 2012 blicken 50 Prozent positiv ins nächste Jahr.“ So rechnen 47 Prozent mit einem gleichbleibenden und 42 Prozent mit einem steigenden Umsatz. Beim Ertrag sieht es fast ebenso gut aus: 40 Prozent rechnen mit einem gleichbleibenden und 43 Prozent mit einem steigenden Ergebnis im kommenden Jahr. Besonders gut geht es nach Aussage von Mefus dem Handwerk: „Hier sind viele Betriebe auf Sicht voll ausgelastet.“ Beim Blick auf die Branchen wird aber auch eine Schattenseite der Medaille sichtbar: Den industriellen Unternehmen geht es im Vergleich zum Handwerk eher durchwachsen. Mefus: „Alle Betriebe, die energieintensiv sind, haben es sehr schwer.“

 Dass unter dem Strich die insgesamt eher positive Prognose der Unternehmen im Weserbergland jedoch nicht unmittelbar und stark sichtbar in Neueinstellungen von Mitarbeitern sowie in größeren Investitionen mündet, liegt der Studie zufolge darin begründet, dass die Chefetagen durch die Erfahrungen aus der jüngsten Krise vorsichtig geworden sind. In den Krisenzeiten haben die Unternehmen „ihre Hausaufgaben gemacht“, manche haben sich auf das Wesentliche konzentriert, manche haben sich gesundgeschrumpft, viele haben ihre Betriebe umstrukturiert. Nunmehr fühlen sich die Unternehmen ihren Angaben zufolge gut aufgestellt, agieren aber weiterhin vorsichtig, da jederzeit die nächste Krise kommen kann. Mefus: „Nach der Krise haben wir hohe prozentuale Zuwachsraten erlebt, die allerdings auf niedriger Basis entstanden sind. Doch wir leben ja nicht von den Prozentzahlen, sondern von der Basis.“ Deshalb ist Vorsicht nach Ansicht vieler Befragter geboten und Inhaber wie Geschäftsführer agieren im Zweifel zurückhaltend.

 Mit Blick auf Unsicherheiten wie die fortwährende Euro-Krise, immer teurer werdende Energie und Rohstoffe sowie gleichzeitig immer stärker werdende und zugleich billiger produzierende Konkurrenz zum Beispiel in Asien oder auch Osteuropa gehen die allermeisten Unternehmen nicht unnötig ins Risiko. Mefus: „Das dient der Sicherheit für morgen und übermorgen. Denn die Firmen in der Region sind in ihrer inneren Beschaffenheit gut aufgestellt. Die Stärke resultiert aus einer Rekapitalisierung der Betriebe. Während der Krise wurde anderswo geparktes Kapital in die Unternehmen gepumpt, und dieses Geld ist in aller Regel nach wie vor dort. Gleichzeitig steigen seit 2010 die Umsätze und die Gewinne halten damit auch noch Schritt.“ Würde die Wirtschaft von einer weiteren Krise durchgeschüttelt, gingen die Firmen „wesentlich besser gestärkt in die nächste Krise, als sie es beim letzten Mal getan haben“. Damit das auch so bleibt, halten sich viele Geschäftsführungen nach eigener Aussage zum Beispiel bei Investitionen zurück.

 Folge davon ist wiederum, dass die Banken weniger Kredite vergeben, Mefus: „Vielfach brauchen die Unternehmen gar keine Kredite.“ Wie Mahrenholtz weiß, kommt an diesem Punkt auch noch die Erfahrung der Firmenchefs aus dem Frühjahr 2009 hinzu, als vor allem die überregionalen Banken in der Folge der ausgebrochenen Wirtschaftskrise zahlreiche Firmenkredite zurückforderten, nachdem eigentlich gute Unternehmen wegen des damals neu entdeckten Branchenratings durch die Kreditbewertungen rasselten.

 Große Unternehmen machen große Schlagzeilen. Der weltweit agierende Pumpenhersteller Bornemann in Obernkirchen wird verkauft, die traditionsreiche Mühle in Hameln geschlossen. Doch die Wirtschaft im Weserbergland ist vor allem geprägt von den kleineren Unternehmen. Wie sieht deren Prognose für 2013 aus?

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