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Ob Eiscreme, Parfüm, Tiefkühlkost oder Waschmittel: An den Produkten der Symrise-Gruppe kommen die wenigsten Verbraucher vorbei. Das Unternehmen aus Holzminden hat sich als eines der Großen beim Milliardengeschäft rund um den guten Geschmack etabliert.

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Der Parfümerie-Markt ist ein Milliardenmarkt: Vor allem prominente Gesichter sollen die immer wieder neuen Düfte verkaufen. Viele Promis wie hier Beyoncé haben sogar eigene Düfte.

Quelle: pr.

Von Ralf E. Krüger

Der Parfümerie-Markt ist ein Milliardenmarkt: Vor allem prominente Gesichter sollen die immer wieder neuen Düfte verkaufen. Viele Promis wie hier Beyoncé haben sogar eigene Düfte.
Symrise ist in aller Munde – auch wenn es nur wenige wissen. 30 000 Produkte des Aromen- und Duftstoffherstellers begleiten den Konsumenten täglich – von A wie Apfelsaft bis Z wie Zahnpasta. Die Geschmacks-Moleküle von Deutschlands Branchen-Primus nutzen viele Größen der Kosmetik-, Nahrungs- und Reinigungsmittel-Branche. Die Bandbreite reicht vom Duschgel über Eiscreme, Parfüm, Joghurt, Waschpulver, Weingummi oder Fertig-Pasta bis hin zum Fruchtsaft. Mal süß, mal salzig, sauer, bitter, würzig oder fruchtig.
 Die Branche ist geprägt von großer Verschwiegenheit. Welche Hersteller ihre Produkte geschmacklich verfeinern lassen, wird oft nur durch Zufall wie im Schoko-Streit um die Kennzeichnung eines Vanille-Aromas zwischen Ritter Sport, der Stiftung Warentest und Symrise bekannt. Dabei geht es um die Frage, ob die Stiftung behaupten darf, dass Ritters Nuss-Schokolade ein künstlich hergestelltes Vanille-Aroma enthält. Das Landgericht München hatte den Warenprüfern dies verboten, dagegen legte Stiftung Warentest Berufung ein. Der Markt mit dem natürlichen Geschmack boomt. Symrise-Geschäftsführer Heinz-Jürgen Bertram hat sein Ziel klar vor Augen: „Wenn wir so weiterwachsen, sind wir in zehn Jahren im Dax“, sagt der Chef des Duftstoff-Imperiums aus Holzminden. „Die Attraktivität des Unternehmens liegt in der Stetigkeit“, bescheinigt ihm Thorsten Strauß. Für den Analysten der NordLB war die Symrise-Aufnahme in den MDax die Wendemarke: „Die Entwicklung von Symrise hat mit dem Börsengang Fahrt aufgenommen, die haben seitdem ihre Marktposition kontinuierlich ausgebaut.“ Mit drei weiteren Großunternehmen teilt sich Symrise einen milliardenschweren Weltmarkt. „Es ist in dem Geschäft schwierig, mit Großkunden ins Geschäft zu kommen, wenn man nicht eine gewisse Größe hat“, sagt Strauß. Seit Symrise 2003 als Fusion der Dragoco Gerberding AG mit der Bayer-Tochter Haarmann & Reimer GmbH entstand, verzeichnet das Unternehmen einen Wachstumskurs.
 
 Unternehmen legt weiter zu
 Im vergangenen Jahr kletterte der Umsatz um 5,5 Prozent auf den Rekordwert von 1,83 Milliarden Euro. Der Gewinn stieg um 9 Prozent auf 172,3 Millionen Euro. Auch im ersten Halbjahr 2014 legte das Unternehmen zu. Nach der gerade abgeschlossenen Übernahme der französischen Diana-Gruppe geht Bertram nun von 13 Prozent Weltmarktanteil aus.
 Die Achillesferse des Konzerns an der Weser ist die Verkehrsanbindung. Täglich quälen sich etwa 100 Lkw durch die Dörfer des beschaulichen Weserberglands. „Die Bahn fühlt sich für uns nicht zuständig, das muss man ganz klar sagen“, kritisiert Bertram. Der einstige Bayer-Mitarbeiter, der noch heute Tantiemen für seine damals erfundene Fliegenfalle einstreicht, war bereits in den 1990er Jahren bei einem der Symrise-Vorläufer tätig. Heute herrscht er über ein Duft- und Geschmacksimperium, das Indern Parfümöle für Räucherstäbchen und arabischen Scheichs für ihr Edel-Parfüm liefert. Gefragte Grundstoffe sind vor allem Menthol oder Vanille. Symrise bezieht sie von der Insel Madagaskar – Vanille ist einer von mehr als 10 000 Rohstoffen der Gruppe.
 Wichtig ist eine natürliche Herkunft der Stoffe: künstliche Aromen sind verpönt. Durch die Übernahme der Diana-Gruppe ist der Konkurrent des Schweizer Weltmarktführers Givaudan auch in den Markt für Heimtiernahrung vorgestoßen. In den nächsten Monaten steht erst mal die Integration an – dann sieht Analyst Thomas Maul von der DZ Bank Symrise wieder fit für Zukäufe, wie er in einer Studie schreibt. Denn auch die Konkurrenz schläft nicht: der US-Konzern Archer Daniels Midland hat gerade den deutschen Duft- und Aromenspezialisten Wild Flavors übernommen. Und jüngst war Symrise selbst die Rolle eines Übernahmekandidaten zugeschrieben worden – vom renommierten Branchendienst „Platow-Brief“. Doch scheint sich dieses Gerücht, das tagelang für Gesprächsstoff zwischen Holzminden und der Frankfurter Börse sorgte, mittlerweile in Luft aufgelöst zu haben …

Symrise steigert Umsatz

Der Holzmindener M-Dax-Konzern bleibt trotz Euro-Stärke auf Wachstumskurs. Im ersten Halbjahr legte der Umsatz dank einer starken Nachfrage in den Schwellenländern im Jahresvergleich um 0,8 Prozent auf knapp 942 Millionen Euro zu. Ohne die Schwäche des Dollars und einiger Schwellenländer-Währungen hätte das Plus 5,9 Prozent betragen. Sowohl das Duft- als auch das Aromengeschäft wuchsen. Der Gewinn erhöhte sich wegen einer hohen Auslastung und Sparmaßnahmen um 8,5 Prozent auf 101,3 Millionen Euro. Auch für das Gesamtjahr 2014 ist Konzernchef Heinz-Jürgen Bertram optimistisch. Symrise will erneut schneller wachsen als der Markt für Aromen und Duftstoffe. Auch die Mittelfrist-Ziele bis 2020 haben „vollen Bestand“. Den knapp 1,3 Milliarden Euro schweren Kauf der französischen Diana-Gruppe schloss der Konzern Ende Juli ab. Nun folgt die Integration. dpa

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