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Exot mit Hammer und Wissenshunger

Bundesbester Auszubildender: Maximilian Becker Exot mit Hammer und Wissenshunger

Maximilian Becker ist ein Exot. Nach seinem Abitur in Hameln hat der heute 23-Jährige sich nicht schnurstracks für einen Studiengang an der Uni eingeschrieben, sondern zu Hammer und Meißel gegriffen. „Ich habe entschieden, dass ich nach 13 Jahren Schule erstmal richtig arbeiten will“, erklärt Becker, der bei den Oberkirchener Sandsteinbrüchen eine Ausbildung zum Naturwerkstein-Mechaniker begonnen hat, Fachrichtung Steinmetztechnik.

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Im väterlichen Betrieb hat Maximilian Becker bereits früh den Umgang mit Hammer und Meißel gelernt. 

Quelle: pr.

Obernkirchen. Mit Erfolg: Im vergangenen Jahr wurde er zum bundesbesten Auszubildenden in seinem Bereich gekürt.
Sein Ausbilder Ludger Franke beschreibt Becker als zuverlässig, ehrgeizig, motiviert und lernfähig. „In unserem Beruf ist Geduld gefragt. Und die Auszubildenden müssen sich von erfahrenen Kollegen auch mal was sagen lassen.“

Becker bezeichnet seine Ausbildung als „harte Zeit. Allein die körperliche Anstrengung – darauf musste ich mich erstmal einstellen. Und der Ton ist auch rauer, als man es aus der Schule gewohnt ist. Aber wenn man seine Leistung bringt, wird es auch honoriert.“

Die Berufschancen für Becker sind gut. „Arbeitslose Steinmetze gibt es praktisch nicht. Es herrscht eher ein großer Mangel“, sagt Becker. Auch Franke kann davon ein Lied singen. „Es gibt zu wenig junge Leute, die sich für einen handwerklichen Beruf entscheiden. Man arbeitet mit Hammer und Meißel, macht sich dreckig und kann nicht nebenbei auf Facebook surfen. Heute wachsen die jungen Leute von klein auf mit dem Computer auf – wissen aber nicht, wie ein Hammer aussieht.“

Becker ist dagegen von klein auf mit Werkzeugen in Kontakt gekommen. Sein Vater ist Steinmetzmeister und hat sich auf die Fertigung von Grabsteinen spezialisiert. „Als Kind fand ich es spannend, meinen Vater bei der Arbeit zu begleiten“, erzählt der 23-Jährige. Trotzdem habe auch er erst in der zwölften Klasse den Entschluss gefasst, eine Ausbildung zu beginnen.
Auf Theorie konnte Becker allerdings nicht verzichten. „Zweimal pro Lehrjahr hatten wir Blockunterricht an der Steinmetzschule in Königslutter, jeweils sechs Wochen am Stück.“ Und zu seiner Abschlussprüfung gehörte auch ein theoretischer Teil, in dem neben dem technischen Zeichnen auch sein Wissen über Werkstoffkunde, Technologie, Mathe, Wirtschaft und Politik abgefragt wurde. Becker hat das Ergebnis von 96 Prozent erreicht, ist Bundesbester in seinem Fachbereich geworden – und will dennoch weiter lernen.

An der Steinmetzschule in Königslutter macht er seinen Abschluss zum staatlich geprüften Steintechniker, „der steht auf einer Stufe mit dem Bachelor“, erklärt Becker. Dort erweitert er sein Wissen, eignet sich Kenntnisse in den Bereichen Baukonstruktion und Statik an. „Aber alles auf Naturstein bezogen.“ Was man alles als Steinmetz machen kann, erfährt Becker auch durch seine Kollegen an der Fachschule, die aus ganz Deutschland kommen, weil Königslutter eine der wenigen Steinmetzschulen im Land ist. „Einige sind bei Unternehmen in Hamburg angestellt, die sich auf den Innenausbau von Luxus-Yachten spezialisiert haben und maßgeschneiderte Bäderelemente bauen.“ Auch an der Yacht von Roman Abramowitsch haben laut Becker schon Steinmetz-Kollegen gefeilt.

Im Sommer 2016 macht er seine Abschlussprüfung zum Steintechniker. Er könnte dann einen eigenen Betrieb eröffnen und Gesellen ausbilden. Zunächst will Becker jedoch eine praktische Zusatzprüfung ablegen, um sich Steinmetzmeister nennen zu dürfen. „Theoretisch bräuchte ich das nicht, aber ein Meisterbetrieb genießt in der Öffentlichkeit einen höheren Stellenwert.“

Nach seinem Abschluss will er in einem größeren Betrieb arbeiten, „um Erfahrungen zu sammeln und zu lernen. Ich möchte nicht nur in der Produktion arbeiten, sondern auch die Konstruktion auf Baustellen begleiten.“ Dass er so einen großen Wissenshunger an den Tag legt, spielt dem jungen Mann in die Karten.

Denn auch am Jahrtausende alten Handwerk des Steinmetzes geht die Zeit nicht vorbei. „Viele Arbeitsschritte in der Produktion werden von computergesteuerten Maschinen übernommen. Man konstruiert die Bauteile am PC, eine Maschine schneidet aus einem Stein dann das Motiv heraus.“ Sorgen um seine Zukunft macht sich Becker aber nicht. „Ich habe das technische Zeichnen am Computer gelernt.“ ber

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