Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Hoch hinaus

Rintelner forscht als Juniorprofessor an Turbinentechnik Hoch hinaus

Wie lassen sich Hunderte Tonnen Stahl innerhalb weniger Sekunden auf mehr als 300 Stundenkilometer beschleunigen? Und lässt sich dabei auch noch Kraftstoff sparen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Rintelner Malte Krack.

Voriger Artikel
Jahresergebnis verdoppelt
Nächster Artikel
Zahl der Arbeitslosen steigt leicht an

Moderne Flugzeugtriebwerke sind ein Wunderwerk der Ingenieurskunst. Der Rintelner Malte Krack arbeitet daran mit, ihre Technik noch weiter zu entwickeln.

Quelle: dpa

Rinteln/Stuttgart. Er forscht als Juniorprofessor in Stuttgart an Strömungstechnologie speziell für Flugzeugturbinen. Neue Entwicklungen sollen Jet-Turbinen der Zukunft sauberer, leiser und sparsamer machen.

 Krack hat seine Karriere in der Forschung ganz normal begonnen: Abitur am Gymnasium Ernestinum, dann Maschinenbaustudium an der Leibniz-Universität Hannover. Dort war er anschließend wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Dynamik und Schwingungen, es folgte die Promotion.

 Nein, er habe als Junge keine Flugzeugmodelle gebaut, verrät Krack, er sei kein begeisterter Flieger. Er sei eher durch Zufall auf die Forschung an Luftfahrtantrieben gestoßen. Dass aus der Wahl des Studienfaches doch Leidenschaft geworden ist, hat einen handfesten Grund: Was ihn an seinem Fachgebiet schnell fasziniert habe, schildert Krack, sei die unvergleichliche Herausforderung: „Es gibt kaum eine andere Maschine, mit der sich so viele Fachgebiete beschäftigen, wie Strukturmechanik, Strömungsmechanik, Materialwissenschaften.“ Motivierend sei auch der direkte Bezug zur Realität, die praktische Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse: „Da vertrocknen die Früchte der eigenen Forschung nicht in irgendwelchen Fachzeitschriftenarchiven, sondern gehen direkt in die Industrie.“

 Diese Erkenntnisse werden auch dringend gebraucht. Denn wenn man Triebwerke sparsamer, umweltfreundlicher und leiser machen will, führt dies auch dazu, dass einzelne Bauteile stärkeren Belastungen als bisher ausgesetzt sind. Kein Wunder, dass die Industrie diese Forschung besonders fördert. So ist Kracks Juniorprofessur von der MTU Aero Engines gestiftet worden.

 2010 erhielt Krack den Eon-Future-Award für sein Modell eines „Wirbelstromdämpfungselementes zur Reduktion von Turbinenschaufelschwingungen“. Sein Promotionsvortrag im November 2014 beschäftigte sich mit dem Thema „Anwendung des Konzepts der nichtlinearen Moden auf reibungsgedämpfte Systeme“. Seine Promotion schloss er mit der Note „mit Auszeichnung“ ab.

 Die nächste Station war die University of Illinois in Urbana-Champaign in den USA. Die Hochschule zählt im Bereich der Ingenieurwissenschaften im weltweiten Ranking zu den besten. Ermöglicht wurde der Auslandsaufenthalt durch ein Förderprogramm für hoch qualifizierte Nachwuchswissenschaftler. Krack wurde als einziger Ingenieur von 304 Bewerbern ausgewählt.

 Was ihm in Illinois gefallen habe, sei die Kommunikationskultur: „Mindestens einmal wöchentlich gab es ein Treffen, bei dem Forschungsergebnisse präsentiert worden sind. Das war auch für mich ein besonderes Privileg, mit unglaublich kompetenten Professoren auf Augenhöhe diskutieren zu können.“ Die andere Seite der Medaille: Promovierende müssen sich an klare Ziele und Fristen halten, das werde auch penibel kontrolliert.

 Nach dem Aufenthalt in den USA ging es für den Rintelner schließlich nach Baden-Württemberg, nach Stuttgart. Die Stiftungsprofessur Strukturmechanik für Flugzeugtriebwerke am Institut für Luftfahrtantriebe der Universität ist mit ihrem interdisziplinären Ansatz sowohl in der Forschung als auch in der Lehre etwas Besonderes. Krack arbeitet am Kompetenzzentrum „Turbinen für Flugtriebwerke“ und damit an der Zukunft der Luftfahrt.

 Ein Schwerpunkt von Kracks Forschung ist, wie das Verhalten der Bestandteile einer Turbine während des Betriebes vorhergesagt werden kann. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, um noch bessere Triebwerke bauen zu können. Die Schwierigkeit dabei: Flugzeugtriebwerke müssen bei Außentemperaturen von minus 50 Grad in einer Flughöhe von 10000 Metern funktionieren und werden dabei in bestimmten Bereichen des Triebwerks so heiß, dass man die Schaufeln kühlen muss, sonst würden sie schmelzen.

 In Bezug auf die Frage, ob elektrische Antriebe die Zukunft der Luftfahrt sind, hat der Rintelner eine klare Meinung: Zunächst, sagt Krack, werde es auf Hybridantriebe hinauslaufen. Für Kurzstrecken seien sicher rein elektrische Antriebe vorstellbar. Doch bei Langstrecken werde man noch lange auf das klassische Strahltriebwerk nicht verzichten können: „Es ist wie beim Auto. Das Problem ist, die Energie speichern und mitnehmen zu können.“ tw

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben
DAX
Chart
DAX 10.933,00 +1,46%
TecDAX 1.719,50 +1,12%
EUR/USD 1,0726 +0,09%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

THYSSENKRUPP 22,94 +4,05%
VOLKSWAGEN VZ 125,07 +2,91%
BMW ST 85,79 +2,75%
RWE ST 11,85 -1,18%
INFINEON 15,96 -0,56%
FRESENIUS... 68,46 -0,25%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 159,95%
Crocodile Capital MF 122,39%
Stabilitas GOLD+RE AF 113,23%
Fidelity Funds Glo AF 91,70%
Morgan Stanley Inv AF 91,29%

mehr