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„Ich war wirklich verzweifelt“

Cyberangriff auf Unternehmen „Ich war wirklich verzweifelt“

Cybersecurity war bis vergangene Woche ein Fremdwort für die Rintelner Kleinunternehmerin Judith Berger (Name geändert). Das hat sich geändert. Getarnt als Anhang zu einer Bewerbung gelangte der Computervirus „Petya“ auf ihren Computer.

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Dieser Totenkopf erscheint, wenn der Virus zugeschlagen hat.

Quelle: dpa

Landkreis. Er verschlüsselte offenbar wahllos Dateien und forderte Berger mit einem roten, aus Dollarsymbolen bestehenden Totenkopf zur Zahlung von Lösegeld auf. 2500 Euro sollte sie in der Internetwährung „Bitcoin“ an die Kriminellen überweisen. „Ich war wirklich verzweifelt“, erinnert sich die Unternehmerin. „Auf dem Rechner war ja alles gespeichert, Kundendaten, Bankverbindungen, einfach alles.“

Allein in Rinteln sind dem Vernehmen nach mehr als zehn Unternehmen im vergangenen Monat betroffen gewesen. Die Internetkriminellen zielen offenbar auf kleine und mittelständische Unternehmen, die sich oft nur wenig mit Computersicherheit beschäftigen und möglicherweise aus Angst und Überforderung bereit sind zu zahlen.

Wie Daniela Kempa von der Kripo Rinteln bestätigt, ist diesbezüglich in den vergangenen Wochen keine Anzeige bei der Polizei eingegangen. Auch das Kommissariat Stadthagen hat keine Betroffenen registriert. Offenbar versuchen sich die betroffenen Unternehmen selbst zu helfen und glauben nicht, dass die Strafverfolgung der international operierenden Täter Erfolg verspricht.

Rintelner betroffen

Der IT-Dienstleister „Lohse Bürotechnik“ betreute mehrere betroffene Kunden in Rinteln. „Der Virus konnte anfangs noch einige Antivirenprogramme überlisten“, erklärt Werkstattleiter Helmut Dorndorf. „Wohl dem, der ein regelmäßiges Back-up (engl. für Datensicherung) macht.“

Bei ihren Kunden sei das durch die Bank der Fall gewesen. Die betroffenen Computer wurden überprüft, neu aufgesetzt und abermals überprüft. Dann wurden die extern gesicherten Dateien wieder aufgespielt. Dennoch sei es durch den Angriff zu Arbeitsausfällen gekommen. Besonders bei einem Kunden, wo von drei Rechnern zwei betroffen waren, sei das gravierend gewesen.

Auch Thomas Mühlmeister von „Ricom“ betreute Betroffene. „Oft waren es die Computer, über die ein großer Teil des E-Mail-Verkehrs läuft. Das sind oft die Hauptrechner, deren Ausfall den gesamten Arbeitsablauf bremsen kann.“

Die Experten raten allen Unternehmern, regelmäßige Sicherungen aller wichtigen Dateien anzufertigen, um sich nicht leicht erpressbar zu machen. Außerdem solle man nicht leichtfertig bezahlen. Wer erst als leichtes Opfer stigmatisiert wurde, werde im Anschluss vielleicht öfter angegriffen.

Keine gravierenden Einschränkungen

Angegriffen wurde auch der Rintelner Gehäuse-Hersteller Rolec. Thorsten Steding, Leiter der EDV-Abteilung, bestätigt, dass auch hier der Virus über eine als Bewerbung getarnte E-Mail ins System gelangte. Er breitete sich auf drei Rechnern aus. „Wir mussten diese drei neu aufsetzen, aber unser Netzwerk war nicht betroffen.“ Alle Mitarbeiter von Rolec speicherten Arbeitsdateien im Netzwerk und nicht am eigenen Computer. Außerdem werden tägliche Back-ups angefertigt, die abermals gespiegelt und auch extern abgelegt werden. Daher sei es zwar etwas ärgerlich gewesen, gravierende Einschränkungen habe es aber nicht gegeben.

Stedings Appell: auch in kleinen Unternehmen die Computersicherheit nicht vernachlässigen. „Das Mindeste ist, die Antivirensoftware aktuell zu halten und regelmäßig Back-ups zu erstellen.“ jak

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