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Kaum ein Schaumburger fährt E-Auto

Elektro-Mobilität Kaum ein Schaumburger fährt E-Auto

Das Elektroauto ist in den Schlagzeilen, seitdem die Flaute in dem Segment Jobs bedroht und Kanzlerin Merkel bei der „Nationalen Konferenz Elektromobilität“ angekündigt hat, die Bundesregierung denke über Sonderabschreibungen für E-Autos in Dienstwagenflotten nach. Auch in Schaumburg hinkt die Zahl der zugelassenen Elektroautos den von der Politik versprochenen Zahlen hinterher.

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Rinteln. Im Landkreis sind 48 reine E-Fahrzeuge gemeldet, heißt es von der Zulassungsstelle in Stadthagen.
Fragt man unter E-Mobilisten herum, stellt man erstaunt fest: in Rinteln fahren sie oft einen ganz besonderen Wagen. So wie Hoimar von Ditfurth am Helenensee – sein Evo Mobile Buono E-„Voltaire“ ist ein Prototyp. Acht Fahrzeuge hat das Start-Up-Unternehmen im Ruhrgebiet produziert. Im Grunde, sagt von Ditfurth, sei das fast ein Wirtschaftskrimi gewesen. Es war die Zeit, als man sich vom E-Mobilbau noch hohe Renditen versprochen hat.
Das Start-Up-Unternehmen hatte die Karossen für den „Voltaire“ in einer Behindertenwerkstatt in Spanien bauen lassen, dann Zuschüsse von der EU und vom Land kassiert. „Die hatten große Pläne, das sollte eine Flotte für Car-Sharing werden.“ Doch die Unternehmer seien wohl auch technisch völlig naiv an die Sache herangegangen, sagt Ditfurth. „Der Motor ist viel zu groß für das kleine Auto, gerade mal ein Zweisitzer, noch vierzig Zentimeter kürzer als der Smart. Und die Batterie ist viel zu schwer.“
Ditfurth setzt das E-Mobil vor allem auf dem weitläufigen Helenensee-Gelände ein. Vorsichtshalber hat er im Internet einen zweiten „Voltaire“ ersteigert – als Ersatzteillager.
Auch der „Twizy“ des Rintelner Schaustellerfirmenchefs Marlon Klaasen ist etwas Besonderes. Es ist der Erste, der in Niedersachsen zugelassen worden ist. Der Renault ist halb Auto, halb Motorroller, Pilot und Sozius sitzen hintereinander. In diesem Auto, sagt Klaasen, „ist man Sympathieträger. Mir wird oft Vorfahrt gewährt, mich sprechen Leute an.“ Seit dreieinhalb Jahren fährt er „Twizy“, nimmt ihn zu allen Messen mit.
Auch Achim Fritz, Chef des gleichnamigen Elektrobetriebes, hat ein besonderes E-Auto auf dem Hof stehen: einen CM „Colenta“. Der Kleintransporter basiert auf Karossen der Firma CMC (China Motor Corporation), deren Modelle Lizenznachbauten von Mitsubishi sind. Anfang der Neunziger wurden einige Hundert Exemplare von der deutschen Firma „Colenta“ zum Elektroauto umgebaut. Fritz erzählt, die „Colentas“ seien vor allem auf den Ostfriesischen Inseln zu finden, wo normale Kraftfahrzeuge verboten sind. Vor rund acht Jahren hat er den Wagen gekauft, nutzt ihn vor allem für Stadtfahrten.
Einer der ersten E-Mobilfahrer in Rinteln war Jörg Sasse, der nach wie vor überzeugt ist, E-Power werde sich langfristig durchsetzen. Er ist sich sicher, man werde alle bisherigen Handicaps dieser Technologie überwinden, das sei nur eine Frage der Zeit.
Dass die Stadtwerke in ihrem Fuhrpark auch E-Fahrzeuge haben, versteht sich nach Angaben der Verantwortlichen fast von selbst. Wie Manfred Nowak erläutert, habe man vor rund vier Wochen zu dem Peugeot, der schon seit drei Jahren fährt, noch einen Renault dazu gekauft, mit dem die Mitarbeiter der kaufmännischen Abteilung unterwegs sind. Auch die Vollstreckungsbeamtinnen der Stadt Rinteln fahren seit zwei Jahren ein Elektroauto, einen „E-up“ von VW.
Wer ein Elektroauto kaufen will, wird nicht bei allen heimischen Autohändlern fündig. Mazda, Hyundai und Suzuki bieten keine E-Fahrzeuge an. Seat hat zwar inzwischen einige Modelle entwickelt, die sind aber noch nicht auf der Straße, da die Nachfrage zu gering ist.
Zumindest das Problem, eine Ladestation im öffentlichen Raum zu finden, gibt es in Rinteln nicht: Die Stadtwerke betreiben zwei Stationen am Weseranger, außerdem in der Wallgasse und am Steinanger. Doch einmal volltanken heißt: Zwei Stunden warten. Hier hilft das Internet bei der Planung. Man kann nicht nur sehen, ob die Tanksäulen belegt sind und wie lange, sondern auch eine freie Säule reservieren. hw

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