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Mehr Jubel für den Meister?

Weserbergland / Hameln Mehr Jubel für den Meister?

„Wir müssen die Meisterschaft aufwerten, statt sie abzuwerten.“ Es war nicht die Fußball- oder irgendeine andere sportliche Meisterschaft, von der Professor Felix Rauner sprach. Schließlich ging es beim fünften Business-Talk Weserbergland – veranstaltet der Agentur für Arbeit Hameln und der Weserbergland AG – um den „Wettbewerb der Ausbildungsgänge“.

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Diskutierten über Ausbildung in Betrieb und Hochschule (von links): Professor Felix Rauner, Karl-Wilhelm Steinmann, Jürgen Lohmann, Jürgen Steltner, Professor Alexandra Engel und Moderator Thomas Thimm.

Quelle: r

Von Frank Henke

Weserbergland/Hameln. Also: „Zu wenige Lehrlinge und zu viele Studenten?“

Rauner sah in seinem Impulsreferat bei der Arbeitsagentur eben diese Anerkennung des Meisters in Ausbildungsberufen als einen Knackpunkt. Um beim Sport zu bleiben also: Mehr Jubel für den Meister. Übersetzt auf das wirkliche Leben: Neben einer höheren Wertschätzung plädierte der Professor der Universität Bremen für eine bessere Durchlässigkeit des Bildungssystems nach Schweizer Vorbild. Er forderte „exzellente Masterstudiengänge“, in denen es um die „Fähigkeit gehe, komplexe Probleme in ihrer Komplexität zu verstehen“, die der Meister nun mal mitbringe.

Wer aus der Praxis komme, soll also weiterhin das große Ganze seines Gebiets im Blick behalten, statt in begrenzte wissenschaftlichen Tiefenbohrungen abtauchen zu müssen. Diese Durchlässigkeit des Systems mache Ausbildungsberufe attraktiver.

Darin waren sich die Teilnehmer der anschließenden Podiumsdiskussion – moderiert von dem Journalisten Thomas Thimm – einig: Die Ausbildungsberufe haben ein Imageproblem. Es gehe bei den jungen Leuten darum, in der „Peer-Group“ – also bei den Gleichaltrigen – mit der eigenen Ausbildungswahl zu bestehen, sagte Professorin Alexandra Engel, Dekanin der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Holzminden. Da könnten Berufsberater und Lehrer nicht viel ausrichten. Und: „Der Trend geht zu den Weiße-Kragen-Berufen“ – und auch dazu, immer länger zur Schule zu gehen, hatte Gastgeberin Ursula Rose, Chefin der Agentur für Arbeit Hameln, bereits zu Beginn des Abends festgestellt.

„Der gesellschaftliche Konsens driftet immer mehr in die Richtung: Du musst studieren“, konstatierte Jürgen Lohmann Vorsitzender des Unternehmerverbandes AdU. Hinzu komme der demografische Wandel. Das Resultat: „Den Lehrlingsmangel haben wir schon“, sagte der Geschäftsführer der Dr. Paul Lohmann GmbH KG in Kirchohsen. Sein Unternehmen habe in diesem Jahr erst spät die letzten Ausbildungsstellen besetzen können.

Handwerkskammerpräsident Karl-Wilhelm Steinmann sprach davon, dass Schulen und Hochschulen den Betrieben die potenziellen Azubis wegnähmen. Dem widersprach Jürgen Steltner, Leiter der Berufsbildenden Schulen Stadthagen, entschieden: „Der Bildungsträger hat Millionen und Abermillionen in die Berufsschulen investiert“, verwies er auf die Rolle der Berufsschulen in der betrieblichen Ausbildung. Steltner forderte eine intensivere und frühere Berufsorientierung – vom Kindergarten bis zum Ende der Schulzeit. Dem pflichtete die Runde bei: „Es gibt ja kaum noch Unterricht, wie das Werken“, kritisierte Steinmann.

So vielversprechend, wie sie erscheinen, seien Studiengänge am Ende manchmal nicht: „Mancher hat ein Fach auf Bachelor studiert, aber erst am Ende gemerkt, dass es nicht marktfähig ist“, sagte Engel. Von sogenannten Mickey-Mouse-Studiengängen sprach Bildungsforscher Rauner: pseudo-akademischen Studiengängen ohne Wert.

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