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Mehrarbeit ohne Lohn

IG BAU kritisiert Arbeitgeber der Reinigungsbranche Mehrarbeit ohne Lohn

Eine Menge an Arbeit, die in der vorgegebenen Zeit einfach nicht zu schaffen ist – dieses Schicksal erleiden offenbar etliche in der Reinigungsbranche angestellte Arbeitnehmer.

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Quelle: dpa

LANDKREIS. Darauf hat wie berichtet die IG BAU Niedersachsen-Mitte vor einigen Tagen hingewiesen und mehr Kontrollen durch den Zoll gefordert. Dessen „Finanzkontrolle Schwarzarbeit“ ist auch hinter Verstößen gegen den Mindestlohn her.

Immer wieder komme es vor, dass Arbeitgeber gerade in der Reinigungsbranche mit „schmutzigen Tricks“ arbeiten, hatte die IG BAU angeprangert. Dabei gäben Arbeitgeber ein Maß an Arbeit in einer gewissen Zeit vor und bezahlen dafür den Mindestlohn. Doch die Arbeit sei bei Weitem nicht zu schaffen. Also mache die Gebäudereinigerin Überstunden – allerdings ohne dafür auch nur einen Cent zu bekommen, so die IG BAU.

Arbeit ist nicht zu schaffen

Exakt in einer solchen Situation befinde sie sich, schrieb daraufhin eine Schaumburgerin dieser Zeitung. Sie sei seit einigen Jahren bei einem Reinigungsunternehmen beschäftigt und in der Fleischerei eines großen Lebenmittelmarktes eingesetzt. Hier sei sie im wöchentlichen Wechsel montags bis freitags jeweils von 19.30 bis 21.30 tätig. Die vorgegebene Arbeit sei in den zwei Stunden aber definitiv nicht zu schaffen. „Das bedeutet, dass ich in der Regel von Montag bis Freitag spätestens um 18.30 Uhr und sonnabends sogar um 17.30 Uhr mit der Arbeit beginne, um alles zu schaffen.“

Die Reinigungsfirma habe ihr auf wiederholte Anfrage nach Erhöhung der Stundenzahl „nur lapidar geantwortet, dass die Arbeit dann eben liegenbleiben müsse“. Die Schaumburgerin weiter: „Dies habe ich auch schon praktiziert. Mit dem Ergebnis, dass sich natürlich der Auftraggeber beschwert hat und mir vom Reinigungsunternehmen mit Abmahnungen gedroht wurde.“

Keine Schutzkleidung trotz ätzenden Reinigungsmitteln

Auch das Thema Arbeitssicherheit werde von ihrem Arbeitgeber ignoriert, fährt die Betroffene fort. Da in der Fleischerei Hygienevorschriften der Lebensmittelverarbeitung eingehalten werde müssen, werde mit scharfen, teils ätzenden Reinigungsmitteln gearbeitet. Schutzkleidung gebe es aber nicht. „Wir müssen private Kleidung tragen, die durch Spritzer von chlorhaltigen Reinigungsmitteln schnell ruiniert ist.“ Säurefeste Schutzhandschuhe müsse sie selber kaufen, da die Reinigungsfirma nur ganz normale Haushaltshandschuhe zur Verfügung stelle.

Da sie während der gesamten Arbeitszeit mit Wasser arbeite, müsse sie Gummistiefel tragen. Auch diese müsse sie selber kaufen. Zwar würden die Kosten nach sechs Monaten Betriebszugehörigkeit erstattet. „Allerdings nur, wenn man sich ganz normale, preiswerte Gummistiefel gekauft hat. Gummistiefel mit rutschfester Sohle, die in Fleischereien vorgeschrieben sind, gelten als zu teuer und werden nicht erstattet.“

Vor längerer Zeit habe sie dies alles schriftlich dem Zoll mitgeteilt und um Stellungnahme gebeten, schreibt die Schaumburgerin: „Leider habe ich nie etwas gehört.“ ssr

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