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„Mit Schießpulver hätte ich eher Probleme“

Rinteln / Amcor Flexibles „Mit Schießpulver hätte ich eher Probleme“

Eigentlich ist Amcor Flexibles ein alteingesessenes Rintelner Unternehmen. Eigentlich. Allerdings hieß es damals – 1861 – noch nicht Amcor Flexibles, sondern C. Wagner und H. Schroeder, benannt nach den Gründervätern des Betriebs.

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Drucker Arthur Michel – seit 2002 bei Amcor Flexibles – kontrolliert, ob der Foliendruck für einen Tabakkonzern rundläuft. © pk

Rinteln (pk). Es wurde auch nicht gedruckt, vielmehr wurden lediglich Tiefdruckmaschinen gebaut. Bis 1954. Seitdem wird selbst „in Druck gemacht“ – Verpackungsdruck. Zu den Kunden des australischen Konzern Amcor, der seinen deutschen Hauptsitz in Rinteln hat, zählen Zigarettenkonzerne, wie Philip Morris, Süßigkeitenhersteller, wie Lindt & Sprüngli oder Nestlé, oder Tee- und Kaffeehändler, wie Jacobs Krönung etc.

Die Aktiengesellschaft Amcor zähle mit einem Umsatz von 7,6 Milliarden Euro, mit über 300 Werken in 43 Ländern und mit 35.000 Mitarbeitern zum weltweit größten Verpackungskonzern, sagt der Rintelner Geschäftsführer Olaf Seifert einer Gruppe Interessierter gegenüber, die im Rahmen der Reihe „Erlebnis Unternehmen“ von Stadtmarketingverein Pro Rinteln Amcor Flexibles besichtigt.

„Gleichwohl sind wir vom Charakter her nach wie vor ein mittelständisches Familienunternehmen“, merkt der gebürtige Obernkirchener Seifert an. Die Betriebszugehörigkeit liege bei 17,5 Jahren, das Durchschnittsalter betrage 44 Jahre und die Fluktuation liege bei null Prozent. „Auf diese Weise bewahren wir uns das nötige Know-how. Gleichzeitig muss man natürlich aufpassen, dass man nicht betriebsblind wird“, betont Seifert, der die Stelle des Geschäftsführers 2008 übernahm. Bis dahin hatte er als Controller gearbeitet.

Bei Amcor wird mit drei verschiedenen Maschinentypen gearbeitet: Tiefdruck-, Rollenschneider- und Beutelmaschinen, bedient von ausgebildeten Tiefdruckern und Verpackungsmechanikern. Ein umfassendes Sicherheitssystem soll die körperliche Unversehrtheit der Mitarbeiter gewährleisten, wodurch die Unfälle in den vergangenen Jahren erheblich gesenkt worden seien.

Der von den gegenwärtig 153 Mitarbeitern erwirtschaftete Umsatz im Geschäftsjahr 2009/2010 habe 23,9 Millionen Euro betragen, mit einer Exportrate von 49 Prozent. Gleichwohl werde der größte Umsatz (35 Prozent) nach wie vor in Deutschland gemacht.

Zu 50 Prozent werde der Umsatz aus Verpackungen für Tabakfirmen erwirtschaftet. Doch man möchte meinen, dass es in diesem Segment sicher Einbußen gäbe, schließlich geht der Tabakkonsum leicht zurück. Tatsächlich hat Amcor im Tabaksegment sogar noch leicht zulegen können, wie Seifert schildert: „Wir sind weniger vom Tabakkonsum abhängig als von den Werbekampagnen der Tabakkonzerne – und die haben eben aufgrund des sinkenden Tabakkonsums zugenommen.“

Ethische Bedenken in Bezug auf die enge Zusammenarbeit mit der Tabakindustrie hat Seifert nicht: „Da hätte ich mit Schießpulver eher Probleme.“

Die jüngste Wirtschaftskrise sei überwunden, habe mit einer Umsatzeinbuße von etwa 5 Prozent zu Buche geschlagen. Und äußerte man sich bei Amcor Flexibles noch vor knapp drei Monaten eher vorsichtig zur kommenden Geschäftsentwicklung, klingt Olaf Seifert jetzt schon deutlich zuversichtlicher: „Wir haben eine positive Entwicklung festgestellt. Und da unser Geschäftsjahr bereits am 30. Juni endet, blicke ich optimistisch auf das kommende Jahr.“

War Wagner und Schroeder früher für die Rintelner ein Synonym für Dr. Oetkers Puddingtüten, so ist es für Amcor Flexibles heute After Eight, die ihre Verpackungen ausschließlich in Rinteln herstellen lassen: 135.000 Beutel pro Stunde, zwei Milliarden pro Jahr. „Ich weiß selbst nicht, wer die alle isst“, sagt Seifert.

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