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Neue Wanne sichert Zukunft

Investition von 18 Millionen Euro Neue Wanne sichert Zukunft

Die Zukunft der traditionsreichen Rintelner Glashütte mit ihren 250 Arbeitsplätzen ist offensichtlich gesichert. Nicht nur die Werkleitung ist in sicherer Hand, der Mutterkonzern Owens Illinois (O-I) investiert in diesem Jahr 18 Millionen Euro in eine neue Schmelzwanne als Ersatz für die Wanne B aus dem Jahre 2001.

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Vom Aussterben bedroht

Hier werden die glühenden Flaschen ausgestoßen. Im Zuge der Schmelzwannenerneuerung soll auch die Sortierung zwischen guten Ergebnissen und Ausschuss verbessert werden.

Quelle: tol

Rinteln. Zwei Jahre später wird dann aller Wahrscheinlichkeit nach auch die zweite Schmelzwanne fällig, und auch dafür gibt es bereits erste Planungen. Thomas Stadie, neuer Werkleiter seit September, sieht darin „Vertrauen des Konzerns in das Team“ und damit auch in die Zukunft des O-I-Standorts.

 Rinteln ist das größte der drei O-I-Werke in Deutschland (außerdem Holzminden und Bernsdorf bei Bautzen). „Die Produktionskapazität hier bleibt durch die Erneuerung der Schmelzwanne für die Zukunft gesichert und wird durch die aktuelle Marktlage sehr gut ausgelastet“, so Stadie.

 Und wann geht es los? „Im April beginnt die Wannenlöschung genannte Entleerung der Wanne B, im Juni soll sie dann wieder hochgefahren werden. Ein enorm straffer Zeitplan, bei dem jeder Tag zählt, und der nur eingehalten werden kann, wenn alles optimal ineinander greift. Für September planen wir dann eine Eröffnungsveranstaltung“, erläutert Stadie. „Von April bis Juni sind viele Gewerke hier auf dem Gelände tätig, sogar ein Baustellenkoordinator wird eingesetzt. Nach außen wird man davon aber kaum etwas sehen und hören.“

 Die neue Wanne produziert nicht mehr Tonnage, dafür aber flexibler sowie mehr und bei Bedarf auch kleinere Flaschen. „Wir installieren außerdem ein zweites Tagessilo, bisher hatten wir an dieser Wanne nur eins“, sagt Stadie. Auch die Technik vor und nach der Wanne wird erneuert. Verbesserte Gasbrenner sorgen dann für weniger Stickoxidausstoß, ein neuer Abhitze-Kessel hilft Energie zu sparen“, erklärt Stadie. „Neue Maschinen am ,kalten Ende‘ ermöglichen noch genaueres Sortieren zwischen guten und schlechten Flaschen, senken damit den Ausschuss und erhöhen die Produktivität.“

 Die Glashütte ist seit Jahren Spezialist für Farben und Formen auch in kleineren Serien, die Vermarktung erfolgt über den Vertrieb in Düsseldorf. Der Markt an sich ist stabil, entwickelt sich aber stetig weiter, was sich im täglichen Geschäft durch das Testen und Inbetriebnehmen vieler Neuentwicklungen bemerkbar macht.

 In Rinteln wird bis zu 50 Prozent für den Weinmarkt, vor allem in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz produziert, 30 Prozent der Gesamtproduktion gehen ins nahe europäische Ausland, vor allem nach Frankreich, Italien und Holland. Weltweit ist die Konzernmutter Owens Illinois Inc. mit Sitz in Perrysburg (Ohio USA) einer der führenden Anbieter von Glasflaschen in allen nur erdenklichen Formen und Farben.

 „Der Kunde ist sich der Nachhaltigkeit von Glas im Vergleich zu Plastik und Karton wieder bewusst, und da wir meist für den Premiummarkt produzieren, spüren wir die Schwankungen im Markt weniger als andere“, erklärt Stadie. „Aber natürlich gilt auch für uns: Qualität und Effizienz sind die Grundvoraussetzungen, um sich nachhaltig am Markt zu etablieren und den Standort zu sichern. Daran arbeitet das ganze Team jeden Tag aufs Neue.“

 Stadie hat schon nach wenigen Tagen an seiner neuen Wirkungsstätte gedacht: „Hier möchte ich bleiben.“ Der 49-jährige Maschinenbau-Ingenieur ist gebürtig aus Paderborn, wuchs in Bad Lippspringe auf, war zwölf Jahre Berufssoldat bei der Bundeswehr und hat in dieser Zeit an der Bundeswehr-Hochschule in München studiert. Zuletzt war er in Elsfleth an der Unterweser technischer Betriebsleiter in einem Werk der Papier- und Verpackungsmittelindustrie: von Eierkartons und Obstschachteln also zu Wein-, Schnaps- und Mineralwasserflaschen. „Der Prozessablauf mit all seinen Herausforderungen, war auch in dem Unternehmen in Elsfleth nicht viel anders als hier in der Glasindustrie“, meint Stadie. Der neue Werkleiter wohnt mit seiner als Unternehmerin tätigen Frau in Melle, hat zwei Söhne und eine Tochter. „Wir sind eine musikalische Familie. Ich spiele Schlagzeug, habe früher mit Tanzmusik mein Taschengeld aufgebessert und bis vor Kurzem in einer Swingtime Bigband Musik gemacht“, gibt Stadie Einblick in sein Privatleben. Nach Rinteln zu ziehen, steht also erst einmal nicht an, obwohl er von der Stadt sehr angetan ist. Praktisch immerhin: Sie liegt auf halbem Weg zum Wohnsitz seiner Mutter in Bad Lippspringe.

 Gut gefallen hat Stadie zudem gleich das Werk Rinteln: „Dort besteht durch eine gute Kombination aus Alter, Erfahrung, Jugend, Dynamik, Flexibilität und dem Drang nach Durchsetzung von Veränderungen zur richtigen Zeit eine optimale Basis, um die großen Herausforderungen zu meistern, vor denen das Werk momentan steht. Die Arbeit ist also ungemein herausfordernd, interessant und wird wohl auch in Zukunft nie langweilig.“ dil

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