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Region Hannover hat besonders viele Langzeitarbeitslose

Region / Springe Region Hannover hat besonders viele Langzeitarbeitslose

In der Region Hannover gibt es aktuell mehr als 57000 Langzeitarbeitslose. „Damit ist ein großer Kreis von Menschen von der Teilhabe an der Arbeit und als Folge oft auch von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen“, sagt Erwin Jordan, Sozialdezernent der Region.

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Quelle: pr.

Region/Springe. Weil das nicht so bleiben soll, rückt diese Gruppe nun weiter in den Fokus von Region, Arbeitsagentur und Jobcenter. Die Region hat vom Hamburger Consultingunternehmen Consens eine Studie über die Situation der heimischen Langzeitarbeitslosen anfertigen lassen.

Das Problem Langzeitarbeitslosigkeit – laut Definition fallen in diese Rubrik Arbeitslose, die binnen zwei Jahren mindestens 21 Monate auf Hilfeleistungen angewiesen waren – ist nicht auf den Raum Hannover beschränkt, hat dort aber eine besondere Ausprägung: Knapp 70 Prozent derjenigen, die keinen Job haben, fallen in diese Kategorie. Einen so hohen Anteil weist kaum eine andere westdeutsche Großstadtregion auf.

Das ist auch ein Problem für die Kommunen, die Kosten für Wohnung und Energie tragen. „Arbeitslosigkeit verfestigt sich“, sagt Carsten Kocialkowski, Mitverfasser der Studie. 40000 Männer und Frauen sind im Raum Hannover seit mehr als vier Jahren ohne Job. Arbeitslosigkeit betrifft mit steigender Tendenz Menschen über 50 Jahre. Aktuell gehören 18000 Langzeitarbeitslose in diese Gruppe.

Auch die Zahl der Alleinerziehenden steigt. Sie liegt derzeit bei 8400 und damit auf dem höchsten Level seit fünf Jahren. Mehr als 90 Prozent sind Frauen. Zwei von drei Langzeitarbeitslosen haben keine abgeschlossene Berufsausbildung, jeder Fünfte hat keinen Schulabschluss.

„Über Langzeitarbeitslose haben sich in der Bevölkerung und leider auch in Unternehmen bestimmte Bilder in den Köpfen festgesetzt“, sagt Bärbel Höltzen-Schoh, Geschäftsführerin der Arbeitsagentur Hannover. „Als Folge sind die Hürden bei der Vermittlung häufig hoch.“ Vor zwei Jahren hat das für die Hartz-IV-Bezieher zuständige Jobcenter der Region die Geschäftspolitik geändert.

Es setzt seitdem auf Weiterbildung der Betroffenen und Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt mit sozialversicherungspflichtigen Jobs. Kocialkowski empfahl, den Betroffenen mehr Beratungszeit zu widmen und bei ihnen Mut und Motivation zu wecken. Außerdem müsse der Arbeitsmarkt in Hannover auf seine Beschäftigungspotenziale für Langzeitarbeitslose untersucht werden.

Wie mühselig das Vermittlungsgeschäft sei, verdeutlicht Michael Stier, Geschäftsführer des Jobcenters. „Das läuft fast nur im direkten Kontakt: Wir gehen mit unserer Klientel direkt zu den Unternehmen.“ Sozialwissenschaftlerin Helga Spindler (Uni Duisburg-Essen) kritisierte die öffentliche Hand in ihrer Funktion als Arbeitgeber.

„Sie predigt zwar ständig, dass mehr für die Langzeitarbeitslosen getan werden müsse, hält sich aber selbst sehr zurück, wenn es darum geht, welche einzustellen.“ se

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