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Stadtwerke Rinteln verteidigen Preispolitik beim Strom

Netzentgelt sorgt für hohe Energiekosten Stadtwerke Rinteln verteidigen Preispolitik beim Strom

Die dritthöchsten Preise für Strom in der Grundversorgung im Landesvergleich: Die Stadtwerke Rinteln sind der Landeskartellbehörde in einem reinen Vergleich dieser Tarife negativ aufgefallen.

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Rintelns Topografie mit Berg und Tal sowie die Versorgung vieler Dörfer treiben den Strompreis: Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Peterson (links) und Vertriebsleiter Thomas Rinnebach zeigen das Gebiet für die Grundversorgung, zu dem ab 2016 auch die Gemeinde Auetal (oben rechts) gehört.

Quelle: dil

Rinteln. Da scheint der Platz im unteren Drittel bei den Gaspreisen nur ein schwacher Trost, wenn man nur diesem Preisvergleich vertraut. „Doch da wurden Äpfel mit Birnen verglichen“, meint Stadtwerke-Vertriebsleiter Thomas Rinnebach. „Wenn die Landeskartellbehörde bei uns anfragt, werden wir ihr vertiefende Informationen geben“, ergänzt Geschäftsführer Jürgen Peterson. „Dann wird man unsere Kalkulation besser verstehen.“

Doch geprüft haben Peterson und Rinnebach schon, woher der Unterschied beim Strom kommt. „Bei allen Kalkulationsgrößen liegen wir ähnlich wie besser platzierte Stadtwerke, zum Beispiel Springe und Hildesheim“, erklärte Peterson gestern auf Anfrage. „Den großen Unterschied gibt es dagegen beim Netzentgelt, aber das hat uns die Landesregulierungsbehörde genehmigt.“

Zum Hintergrund: Dieses Netzentgelt fließt an die Netzbesitzer, in diesem Fall für den Niederspannungsbereich an die Stadtwerke selbst und für die Hochspannungsleitungen an Westfalen Weser Netz und Tennet. Während Letztere von allen Versorgern ziemlich dasselbe Entgelt verlangen, müssen die Stadtwerke der Struktur ihres Versorgungsgebiets Tribut zollen.

Rinnebach: „Es ist die Topografie mit Berg und Tal, und es ist die große Fläche mit vielen Dörfern. Allein in der Kernstadt mit vielen Abnehmern auf wenig Fläche wären die Kosten deutlich niedriger.“

Hinzu komme die Konkurrenz durch alternative Energien und deren Verbrauch. Wer Strom aus Biogasanlagen im Stadtgebiet privat verkauft, nimmt den Stadtwerken potenzielle Kunden, bei Photovoltaik nimmt die Eigennutzung des Stroms wegen sinkender Einspeisevergütungen ebenfalls zu.

„Für diese Dinge machen wir aber auch noch Werbung, weil wir ja den CO2-Ausstoß senken wollen“, erklärt Rinnebach. „Und wir zahlen Prämien für Neugeräte, die den Stromverbrauch senken, schneiden uns damit beim Stromverkauf aber ins eigene Fleisch.“

Aufgrund des schlechten Rankings beabsichtigen die Stadtwerke Rinteln keine Änderung der Preispolitik, sofern nicht viele Kunden abspringen. Doch Peterson fürchtet dies nicht: „Wir haben im Ranking auch schon mal zu den Besten gehört, und bei Gas stehen wir ja auch gut da. Nehmen wir beiden Preise zusammen, dann liegen wir ziemlich genau im Landesdurchschnitt. Wir fahren also keine riesengroßen Betriebsergebnisse ein. Und unsere Gewinnmarge liegt bei Strom auf der gleichen Höhe wie bei besser platzierten Versorgern.“

Rinnebach räumt zwar ein, dass rund 50 Prozent der Stromkunden der Stadtwerke von dem Grundversorgungstarif betroffen seien (bis 3300 Kilowattstunden Jahresverbrauch). Aber viele von diesen schätzen das Gesamtangebot der Stadtwerke betonen die Verantwortlichen: Kundennähe, Service vor Ort, Prämien für Neugeräte, Verzinsung von Vorauszahlungen und mehr.

„Der Kunde hat ja die freie Wahl, von wem er sich Strom liefern lässt“, so Rinnebach. „Zu uns kommen viele schon bald wieder zurück, wenn der neue zunächst billigere Versorger die Preise erhöht.“

Peterson betont, dass die Stadtwerke auch nicht gleich den Strom abdrehen, wenn der Kunde nicht zahlt: „Nur bei bewusstem notorischen Nichtzahlen. Aber erst suchen wir nach Lösungen, um zu helfen.“ dil

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